Dienstag 14.09.2021 — 19:00 Uhr

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky/ Stabi

Asal Dardan
"Betrachtungen einer Barbarin"

(c) Sarah Berger

(c) Cover HoCa

Preis: 15 €
Start VVK am 03.08., 11 Uhr

„Asal Dardan traut sich, von den Zwischenorten zu erzählen, von der immerwährenden Suche nach Verortung, und sie stellt damit die dringenden Fragen an unsere Gesellschaft.“ (Lena Gorelik)

Als Kind iranischer Eltern ist Asal Dardan in Deutschland und Schottland aufgewachsen. In „Betrachtungen einer Barbarin“ beschreibt sie eindringlich und auf sehr feine Art, wie sie die Erfahrungen eines Lebens im Exil geprägt haben.

In einer erhellenden Auseinandersetzung mit der deutschen Gesellschaft begibt sie sich auf die Suche nach einer gemeinsamen Sprache, nach der Überbrückung des ewigen Gegensatzes von „Wir“ und den „Anderen. Immer ist ihr Blick überraschend, immer ist ihre Analyse scharfsichtig. Da ist das geflüchtete Kind, das Trost in Spitzwegs heimeligen Bildern findet, die auch Hitler so gut gefielen. Da sind die bürokratischen Rentenbescheide der sardischen Nachbarin, deren Inhalte niemand entschlüsseln kann. Da werden die Goldfische vom persischen Neujahrsfest in die Freiheit entlassen und eigene, neue Traditionen gewählt.

Sprachlich brillant und stilistisch elegant schlägt die Autorin Bögen von der ganz persönlichen Erfahrung zum gesellschaftlich-politisch Brisanten und zeigt auf, dass Zusammenleben bedeutet, Differenz anzunehmen.

Jurybegründung für die Nominierung für den Deutschen Sachbuchpreis 2021:

„Die Kulturwissenschaftlerin Asal Dardan, in Teheran geboren, in Deutschland erwachsen geworden, schreibt über das Mensch-Sein: über Grunderfahrungen wie Migration, Flucht, Reisen und die Fremde. Dardan erzählt von vermeintlich uralten Familientraditionen, die man tatsächlich doch erst neu erlernen muss, und von rückwärtsgerichteten Etiketten, die einfach nicht passen, von Elternsprachen, die einem entgleiten und neuen Familien, die einem erwachsen. Scheinbar mühelos schlägt ihr eleganter Essay den Bogen von Land zu Land und Generation zu Generation, immer stilsicher, über Sprache reflektierend und mit ihr spielend. Damit eröffnet die Autorin nicht zuletzt auch eine wunderbare Alternative zu jenen starren Identitätsdiskursen, die Menschen fesseln, anstatt sie zu befreien.“

Moderation: Teresa Bücker

 

DER TICKET - VERKAUF STARTET AM DIENSTAG, 3. AUGUST

 

Mitwirkende

Teresa Bücker
Asal Dardan

Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky/ Stabi

Von-Melle-Park 3