Sonntag 17.09.2017 — 12:00 Uhr

Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen

Aslı Erdoğan
"Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch"

Die internationale Solidarität hat Erfolg

Aslı Erdoğan ist der türkische Pass ausgehändigt worden

Wir sind froh, dass die beharrlichen Bemühungen vieler Institutionen, Festivals, Verlagen und Einzelpersonen offensichtlich zum Erfolg führt. Wir hoffen nun Aslı Erdoğan in Hamburg am 17.09. begrüßen zu können. Im Anschluss die Erklärung des Börsenvereins des deutschen Buchhandels:

„Wir freuen uns sehr und sind erleichtert über die Nachricht, dass Aslı Erdoğan ihre Reisedokumente erhalten hat. Damit sind die Voraussetzungen gegeben, dass sie ausreisen und bei der Verleihung des Erich-Maria-Remarque-Friedenspreises persönlich anwesend sein kann. Das ist ein Lichtblick für die türkische Autorin, die seit über einem Jahr bar jeder Rechtsstaatlichkeit drangsaliert und mundtot gemacht wird. Dies vereint sie mit vielen anderen Autoren, Journalisten und Verlegern, die weiterhin in der Türkei inhaftiert sind, unter Druck gesetzt und verfolgt werden. Auch sie dürfen wir nicht vergessen. Wir fordern die türkische Regierung auf, die Repressalien gegenüber allen Medien- und Kulturschaffenden umgehend zu beenden, damit diese wieder frei leben, reisen und ihre Meinung äußern können.“


"Ich werde weiterschreiben, damit ich nicht alles verliere. Man kann nicht schreiben, ohne sich die Hand zu verbrennen. Und im Moment brennen auch die Arme, der Kopf, die Haare. Aber ich bin nicht allein. Es gibt viele Menschen in der Türkei, die sich wie ich für die Demokratie einsetzen", sagte Aslı Erdoğan in einem Skype-Interview während der Leipziger Buchmesse. Die Freiheit des Wortes ist in der Türkei abgeschafft. Wie damit umgehen, und welche Rolle können Schriftstellerinnen und Schriftsteller in einer solchen Situation einnehmen? Der deutsche PEN und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels setzen sich sehr für die Freiheit des Wortes ein. Aslı Erdogan ist zu diesem Gespräch eingeladen. Sollte sie nicht kommen können, werden ihre Texte stellvertretend für alle Inhaftierten vorgelesen.
Am Podiumsgespräch nehmen teil:
Regula Venske, Präsidentin des PEN Zentrum Deutschland, Semra Uzun-Önder, Literatürk Festivalleitung, und Sabine Adatepe, Übersetzerin.

"Nicht einmal das Schweigen gehört uns noch". Knaus

Mitwirkende

Sabine Adatepe
Katharina Schütz
Semra Uzun-Önder
Regula Venske

Zentralbibliothek der Hamburger Bücherhallen

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