Freitag 22.09.2017 — 20:00 Uhr

Cap San Diego

Kat Kaufmann
& Verleihung des Klaus-Michael Kühne-Preises 2017

(c) Hoffmann und Campe

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Preis: 14 €

Für ihren Roman "Ellbogen" (erschienen bei Hanser) erhält Fatma Aydemir den diesjährigen Klaus-Michael Kühne-Preis des Harbour Front Literaturfestivals.

Die Jury begründet ihre Entscheidung wie folgt:

Fatma Aydemirs Roman "Ellbogen" ist ein fulminantes, durchschüttelndes und durchrüttelndes Buch über deutschtürkische Identität und Bikulturalität. Vor allem ist es aber ein Buch über die Wut. Woher kommt die Wut, was lässt sie wachsen, und welche verheerenden Folgen kann sie haben? Am Beispiel ihrer Heldin Hazal, die es so in deutschen Literatur noch nicht gegeben hat, erleben wir die Perspektivlosigkeit einer Jugend: Wütend machen sie die Ignoranz und Lieblosigkeit ihrer Eltern, wütend macht sie ihre eigene Antriebslosigkeit, wütend macht sie der fehlende Respekt der anderen, wütend macht sie - ihre Wut! Sie mündet in einer schrecklichen Tat; Hazal wird aus ihrem alten Leben herausgeschleudert und muss in der Türkei ganz von vorn anfangen. Konsequent und kompromisslos erzählt Fatma Aydemir von schierer Ausweglosigkeit - und führt uns doch hochpoetisch ins Offene. Dieser Roman ist ein heftiger mentaler Ellbogencheck, von dem der Leser sich lange nicht erholt.

Mit dem Klaus-Michael Kühne-Preis wird der beste Debütroman des Jahres 2017 ausgezeichnet. Insgesamt präsentierten sich in der Veranstaltungsreihe "Debütantensalon" acht Autorinnen und Autoren dem Hamburger Publikum.


 

An den vier Debütanten-Abenden haben bei Harbour Front insgesamt acht Autoren ihr jeweils erstes Buch präsentiert.
Daraus hat die Jury bestehend aus Sebastian Hamelehle (DER SPIEGEL), Thomas Andre (Hamburger Abendblatt), Alexander Solloch (NDR), Harald Butz (Heymann), Annegret Schult (Buchhandlung Felix Jud) und Maximilian Probst (DIE
ZEIT) nun das beste Romandebüt des Jahres 2017 ausgewählt.
An diesem Abend wird der Klaus-Michael Kühne-Preis zum 8. Mal vergeben.

Eine, die mit ihrem eigenen Debütroman "Superpostition" großes Aufsehen erregt hat, ist Ehrengast des Preisabends: Kat Kaufmann – ihr neuer Roman "Die Nacht ist laut, der Tag ist finster“ ist eine rasant erzählte Road Novel über Verlust, über Freundschaft und über das Wiederauftauchen von Spuren, die im Schnee verweht waren und einen doch nur noch tiefer in die Irre des eigenen Geistes führen. "Ich würde mich gern wie eine Mischung aus Klaus Kinski und Marcel Reich-Ranicki gebärden. Und dabei würde ich mit irgendetwas um mich werfen", sagt die Autorin über sich.

"Die Nacht ist laut, der Tag ist finster". Hoffmann und Campe

Mitwirkende

Daniel Haas
Kat Kaufmann

Cap San Diego

Überseebrücke - 20459 Hamburg