Wie entsteht eigentlich das Kinder- und Jugendprogramm?

Die Programmmacherin Stefanie Ericke-Keidtel berichtet in diesem Interview. Weiterlesen

Literatur und Kirche

Harbour Front präsentiert 9 Veranstaltungen in der wunderschönen St. Katharinen Kirche. Der Gemeindepastor Frank Engelbrecht erzählt, welcher Autor sonntags in den Gottesdienst kommen sollte und warum Kirche und Literatur so gut zusammen passen. Weiterlesen

Das 5. Harbour Front Literaturfestival

Der Hamburger Hafen: diesen Schmelztiegel von Waren, Sprachen, Kulturen und Religionen, diesen Großmarkt des Wissens und der Neuigkeiten in unmittelbare Verbindung zu bringen mit großer deutscher und internationaler Literatur ist die Idee von Harbour Front. Weiterlesen

Unser Kinder- und Jugendprogramm

Das Kinder- und Jugendbuchprogramm des diesjährigen Harbour Front Festivals sorgt wieder für viele spannende Begegnungen mit internationalen Stars der Szene. Weiterlesen

Die Preise des Festivals

2010 erfolgreich gestartet, verleiht das Harbour Front Literaturfestival alljährlich den Klaus-Michael Kühne-Preis an den besten Debüt-Autoren. Außerdem wird am 13. September das „Hamburger Tüddelband” an Rafik Schami überreicht. Weiterlesen

International Graphic Novel Salon

Neu im Programm! Mit Florent Silloray aus Frankreich, Antonio Altarriba aus Spanien, Manuele Fior aus Italien, und Lukas Jüliger aus Deutschland. „So anspruchsvolle Bilderzählungen: das wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen” — FAZ.

5 Jahre Harbour Front Literaturfestival

Es ist nunmehr das fünfte Literaturfestival im Hamburger Hafen und große Namen sind in den letzten Jahren nach Hamburg gekommen, viele Talente entdeckt. Zur Galerie

HAFENKNEIPE

Joachim Ringelnatz

In der Kneipe "Zum Südwester"
sitzt der Bruder mit der Schwester
Hand in Hand.
Zwar der Bruder ist kein Bruder,
doch die Schwester ist ein Luder
und das braune Mädchen stammt aus Feuerland.

In der Kneipe "Zum Südwester"
ballt sich manchmal eine Hand,
knallt ein Möbel an die Wand.

Doch in jener selben Schenke
schäumt um einfache Getränke
schwer erkämpftes Seemannsglück.
Die Matrosen kommen, gehen.
Alles lebt vom Wiedersehen.
Ein gegangener Gast sehnt sich zurück.

Durch die Fensterscheibe aber träumt ein Schatten
derer, die dort einmal
oder keinmal
abenteuerliche Freude hatten.

Unsere Highlights 2013

Montag 16.09.2013

Liao Yiwu

Freitag 20.09.2013

Helene Hegemann

Freitag 13.09.2013

Heinz Strunk

Montag 16.09.2013

Connie Palmen

Donnerstag 19.09.2013

Uwe Timm

Freitag 20.09.2013

T.C. Boyle

Sonntag 15.09.2013

Asfa-Wossen Asserate

Freitag 20.09.2013

Manfred Spitzer

Montag 16. September 2013, 19:00 Uhr — Kühne Logistics University – The KLU

Liao Yiwu
Wiedersehen mit dem Freund und Friedenspreisträger

Durch die beharrliche Unterstützung der deutschen Öffentlichkeit gelang es Liao Yiwu 2010 nach Deutschland auszureisen. Über vier Jahre war er wegen seiner kritischen Geschichten aus der Mitte der chinesischen Gesellschaft inhaftiert und wurde schwer miss handelt. Seinen ersten öffentlichen Auftritt außerhalb Chinas hatte er in Berlin und beim Harbour Front Literaturfestival. Mittlerweile ist Liao Yiwu Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels und weiterer Auszeichnungen. Trotz aller Versuche, seine Glaubwürdigkeit zu destabilisieren, steht Liao Yiwu für die unerschrockene Anklage gegen die Herrscher und die menschenunwürdigen Verhältnisse in seinem Heimat land. Darüber berichtet er auch in seinem neuen Buch „Die Dongdong-Tänzerin und der Sichuan-Koch“. Eindrucksvoll gelingt es Liao Yiwu, Menschen zum Erzählen zu bringen und so die Lebenswirklichkeit eines großen Teils der chinesischen Gesellschaft zu dokumentieren, die sonst für immer im Dunkeln bliebe. Wir fühlen uns geehrt, Liao Yiwu erneut in Hamburg als Freund begrüßen zu dürfen.

Kühne Logistics University – The KLU

Großer Grasbrook 9, 20457 Hamburg

Freitag 20. September 2013, 21:00 Uhr — Uebel & Gefährlich

Helene Hegemann
"Literarischer Kugelblitz"

Foto: Hanser Berlin

Tickets

Preis: 13 €

Mitwirkende

Helene Hegemann
Iris Radisch

„Ein deutsches Romandebüt mit einer solchen Kraft hat es lange nicht gegeben“, jubelte die F.A.Z., als Helene Hegemann mit 17 Jahren ihren Debütroman „Axolotl Roadkill“ vorlegte. Dann wurden Plagiatsvorwürfe laut und die ganze Geschichte mauserte sich zum Literaturskandal des Jahres 2010. „Alles Unsinn“, sagt die junge Autorin, „ich habe das ganze Material in einem völlig anderen und eigenen Kontext verwendet.“ Der Roman wird in 20 Sprachen übersetzt.
Jetzt legt die ungestüme Autorin, die mit dem jungen Grünbein und dem jungen Kehlmann verglichen wird, ihren zweiten Roman vor: „Jage zwei Tiger“. Als der Stein die Windschutzscheibe durchschlägt, ist seine Mutter sofort tot. Kai (11) überlebt und beschließt im Zustand des Schocks, sich ab jetzt von nichts und niemandem mehr abhängig zu machen. Spontan gereift flieht er vor den überforderten Ersthelfern und irrt verletzt durch das angrenzende Waldgebiet. 24 Stunden später trifft er auf Samantha, die den Stein von der Autobahnbrücke geworfen hat. – Schnell, witzig, radikal erzählt Helene Hegemann von der Suche nach Liebe in einer überdrehten Welt.

Uebel & Gefährlich

Feldstraße 66, Hochbunker - 20359 Hamburg

Freitag 13. September 2013, 20:00 Uhr — Hamburg Cruise Center in der HafenCity

Heinz Strunk
"Es gibt viel zu lachen"

Foto: Rowohlt

Tickets

Preis: 18 €

Mitwirkende

Heinz Strunk

Es geht um Harburg. Und um eine Jugend an einem Ort, wo Hamburg nicht ganz so schön ist. „Für meine Mutter kommen nur Männer infrage wie Herbert von Karajan oder ein Arzt oder Professor. Meinen Vater hätte sie auch genommen, aber der war schon verheiratet.“ Erzähler in Strunks neuestem Roman ist Mathias Halfpape, der denselben Namen trägt wie der heute einundfünfzigjährige Heinz Strunk in seiner realen Geburtsurkunde. „Junge rettet Freund aus Teich“ ist sein persönlichstes Buch. „Es hat die Chance, ein größeres Publikum zu finden. Obwohl ich darin sprachlich das bislang größte Wagnis eingehe: Es geht darum, den Übergang von der Kindheit in die Pubertät als ein einziges Schrecknis zu erzählen“, gibt Strunk augenzwinkernd zu Protokoll. Dafür bekommt der Hamburger von der F.A.Z höchstes Lob: „Strunk ist die Dreifaltigkeit der neueren, mit Leiden und Hochkomik aufwartenden Literatur.“
Für seine Lesung hat sich Heinz Strunk einiges vorgenommen. „Ich lese nie nur aus dem Buch vor, sondern reduziere es auf eine Kurzgeschichte und reichere diese mit musikalischen Einlagen an. Ich spiele zum Beispiel mit einer Flöte (lacht).“

Hamburg Cruise Center in der HafenCity

Großer Grasbrook/Chicagokai - 20457 Hamburg

Montag 16. September 2013, 20:00 Uhr — St. Katharinen Kirche

Connie Palmen
Logbuch eines unbarmherzigen Jahres

Foto: Diogenes

Tickets

Preis: 14 €

Mitwirkende

Connie Palmen
Heide Soltau

Zwanzig Jahre nach dem plötzlichen Tod ihres Lebensgefährten Ischa Meijer verliert Connie Palmen in einem einzigen Jahr (2010) nicht nur ihren über alles geliebten Mann, den Staatsmann Hans van Mierlo, sondern begräbt auch noch ihre Schwägerin, zahlreiche engste Freunde (unter ihnen Harry Mulisch) und ihre Stieftochter. In dieser Zeit entsteht das „Logbuch eines unbarmherzigen Jahres“. Connie Palmen beschreibt Schmerz, Trauer und Verzweiflung; wie mit einem Navigationsbesteck beginnt die Grande Dame der niederländischen Literatur, ihre Position in diesen Gefühlswirren zu suchen.
„Das ist selten, dass jemand mit so viel Ernsthaftigkeit und Witz, Offenheit und Intimität, Einfachheit und Intelligenz zu erzählen versteht“ (Der Standard, Wien). Connie Palmen: „Das Leben als Schriftsteller endet, wenn man nicht versucht, dem, was sich fast nicht ausdrücken lässt, einen Ausdruck, eine Form zu geben. Für mich war es wichtig, es vollbracht zu haben – ich hätte sonst nie mehr schreiben können, denn alles andere ist so viel weniger extrem als dieses Leid.“

St. Katharinen Kirche

Katharinenkirchhof 1, 20457 Hamburg

Donnerstag 19. September 2013, 20:00 Uhr — Hamburg Museum

Uwe Timm
Auf einer Insel in der Elbmündung

Foto: Kiepenheuer & Witsch

Tickets

Preis: 13 €

Mitwirkende

Maike Schiller
Uwe Timm

Seine gefeierten Romane liefern „ein Stück Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik, anekdotisch aufgelockert und ins Individuelle gewendet“ (Die ZEIT). In Uwe Timms neuem Buch „Vogelweide“ geht es um die Macht des Begehrens und die geheimnisvollen Spielregeln der Liebe. Eschenbach hat alles verloren, seine Freundin, seine Geliebte, seinen Beruf, seine Wohnung. Er hat einen Bankrott hinter sich und ist hoch verschuldet. Nun lebt er ganz allein auf einer Insel in der Elbmündung, sammelt Strandgut, zählt Vögel. Ein paradiesisch eremitisches Dasein, das durch einen Anruf durcheinandergewirbelt wird: Anna kündigt ihren Besuch an! Jene Anna, die vor sechs Jahren vor ihm nach New York geflohen ist und zuvor sein Leben komplett aus den Angeln gehoben hat. Der gebürtige Hamburger erzählt mit hoher Intensität und zugleich fast meditativer Ruhe eine fesselnde Geschichte über Treue und Verrat, Hingabe und Ehrlichkeit. Uwe Timm lässt so ein konturscharfes Bild unserer Gegenwart entstehen, in der die Partnerwahl einerseits von Optimierungsstrategien, andererseits von entfesselter Irrationalität geleitet wird. Präzis, schön, komisch und klug.

Hamburg Museum

Holstenwall 24 - 20355 Hamburg

Freitag 20. September 2013, 21:00 Uhr — Kampnagel

T.C. Boyle
"Der Meister des amerikanischen Realismus"

„Guten Abend, meine Damen und Herren - or should I say - Moin Moin? Heute wollen wir Sie gut unterhalten! Erst lesen wir ein bisschen, dann unterhalten wir uns, und zum Schluss gehen wir alle nackt in der Alster schwimmen!“ Mit solch launigen Versprechen begrüßt Boyle sein Hamburger Publikum gerne mal. In seinem jüngsten Roman „San Miguel“ führt er uns auf eine einsame Insel vor der kalifornischen Küste, die für die einen die Hölle ist, für die anderen das Paradies: Marantha und ihre Familie verschlägt es 1888 nach San Miguel. Während sie sich, geplagt vom rauen Klima, von Monotonie und Einsamkeit, dem Leben entzieht, schafft es Adoptivtochter Edith, dem tyrannischen Vater und der verhassten Insel zu entfliehen. Jahrzehnte später zieht Elise Lester dorthin und findet mit ihrer Familie ihr Glück. Die Presse in den USA feiert die Lesters mitten in der Weltwirtschaftskrise als Inbild vom Mythos der Pioniere, doch die Idylle trügt. Boyle gelingt es meisterhaft, in dieser großen Saga das Schicksal dreier starker Frauen lebendig werden zu lassen. Doch ist die eigentliche Protagonistin die Insel selbst, „die wie in einem nachträglichen Einfall ins Meer geworfen worden war“ (Boyle).

Kampnagel

Jarrestraße 20 - 20303 Hamburg

Sonntag 15. September 2013, 20:00 Uhr — St. Katharinen Kirche

Asfa-Wossen Asserate
„Ein Juwel!“

Er ist ein äthiopischer Prinz. In Afrika geboren, in Frankfurt zu Hause. Seine Eltern legen großen Wert auf eine europäische Erziehung, auf eine hervorragende Bildung. Asserate macht als erster Äthiopier überhaupt ein deutsches Abitur, avanciert zum weltgewandten Historiker und „Experten für respektvolles Benehmen“ (F.A.Z.). Und lässt die Deutschen nicht mehr aus den Augen.
Mit „Draußen nur Kännchen“ nimmt er liebevoll deutsche Gewohnheiten und Absurditäten (Maultaschen, Häkeldeckchen, Vereinsmeierei) aufs Korn. Jetzt hat er sich seinem anderen Lieblingsthema zugewendet: „Deutsche Tugenden. Von Anmut bis Weltschmerz“. Da mögen die Themen Pünktlichkeit, Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein nicht weiter überraschen, aber schon die Anmut der Deutschen schien bislang nicht weiter der Rede wert. Doch Asserate hat noch weitere deutsche Tugenden entdeckt, die man uns Deutschen so ohne Weiteres nicht zuschreiben würde: Toleranz, Humor, Zivilcourage sind noch längst nicht alle Eigenschaften, die dem Autor aufgefallen sind. Ein Streifzug durch die deutsche Kulturgeschichte. 

St. Katharinen Kirche

Katharinenkirchhof 1, 20457 Hamburg

Freitag 20. September 2013, 19:00 Uhr — Bürgerhaus Wilhelmsburg

Manfred Spitzer
"Wir klicken uns das Gehirn weg"

Foto: Droemer

Tickets

Preis: 18 €

Mitwirkende

Manfred Spitzer

Es geht uns nicht gut. Droht uns die digitale Verdummung? Schaden Computerspiele, Internet und Twitter wirklich unserem Geist? Der Mediziner und Mahner Manfred Spitzer warnt vor Verflachung, Vergesslichkeit und Vereinsamung. In seinem Buch „Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen“ belegt er: „Wir klicken uns das Gehirn weg!“ Wir verlernen zu denken - wir wissen nicht, wir googeln, von der Wiege bis zum Grab, das Hirn wird nicht gefordert und verkümmert, die Gesellschaft verblödet. Damit sieht Manfred Spitzer die Grundlagen unserer Gesellschaft in Gefahr: „Ich habe Kinder und möchte nicht, dass sie mir in zwanzig Jahren vorhalten: Papa, du wusstest das alles, warum hast du dann nichts getan!“ Wie reagiert das Publikum? „Herr Spitzer, Sie kämpfen gegen Windmühlen - nein, gegen ganze Windfarmen. Machen Sie bitte weiter!“ Und was sagt das Feuilleton? Die F.A.Z. schreibt: „Den Kampf um die Köpfe der Jungen - das sollten insbesondere Eltern wissen - muss man aufnehmen. An Manfred Spitzers Thesen kann man sich dabei stärken.“ Manfred Spitzer gibt außerdem einen Ausblick auf sein neues Buch „Mentale Stärke“, das im Oktober erscheint.

Bürgerhaus Wilhelmsburg

Mengestraße 20, 21107 Hamburg