
F. Mantovani © Editions Gallimard
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Dienstag, 11. Mai 2027, 19:30 Uhr
Leïla Slimani
Ansturm gegen die Grenze. Fragen an unsere Zeit.
Laeiszhalle
Pre-Opening
Deutschlandpremiere
Harbour Front empfiehlt
Lesung und Gespräch
Moderation: Volker Weidermann (ZEIT)
Veranstalter: MSK Events GmbH
Die französisch-marokkanische Autorin Leïla Slimani gilt als eine der wichtigsten literarischen Stimmen Frankreichs. Ihre Bücher sind internationale Bestseller. Slimani, 1981 in Rabat geboren, wuchs in Marokko auf und studierte an der Sciences Po in Paris. Für den Roman „Dann schlaf auch du“ wurde ihr der renommierte Prix Goncourt zuerkannt. Zuletzt erschienen im Luchterhand Literaturverlag die Romane „Das Land der Anderen“, „Schaut, wie wir tanzen“ sowie „Trag das Feuer weiter“. Sie sind Teil einer Trilogie, die auf der Geschichte von Leïla Slimanis eigener Familie beruht. „Leïla Slimani hat auf traumhaft schöne, lebendige, mitreißende Weise Weltgeschichte in Literatur verwandelt, die uns über drei Generationen trägt.“ (Volker Weidermann, DIE ZEIT)
Mit „Ansturm gegen die Grenze. Fragen an unsere Zeit“ versammelt Leïla Slimani erstmals ihre wichtigsten Essays, Reden und Kolumnen. Ausgehend von ihrer eigenen Biografie – zwischen Marokko und Frankreich, Arabisch und Französisch – beschreibt sie im titelgebenden Essay, was es heißt, in einer Sprache zu schreiben, die nicht die eigene ist, und wie Kolonialgeschichte bis heute nachwirkt. Sie schreibt über reale und symbolische Grenzen, über Fanatismus, Rassismus, Migration, Feminismus und Ausgrenzung und verteidigt die Literatur als Ort der Empathie, der Vielstimmigkeit und des Zweifelns. Ergänzt wird der Band durch ihre vielbeachtete Eröffnungsrede des Internationalen Literaturfestivals Berlin sowie Essays und Kolumnen, die im Kontext der Terroranschläge in Frankreich entstanden und bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren haben. Ein kluges Buch zur Gegenwart – und ein leidenschaftliches Plädoyer für die Literatur als notwendige Gegenmacht in einer zunehmend polarisierten Welt.
Am 11. Mai stellt Leïla Slimani das Buch bei seiner Deutschlandpremiere in Hamburg vor. Den Abend moderiert Volker Weidermann.
„Mein wahrer Name ist Elisabeth“ ist weit mehr als ein Roman. Das vielfach ausgezeichnete Debüt verbindet autobiografische Spurensuche, wissenschaftliche Recherche und literarisches Erzählen. Dokumente, Familienbriefe, Gespräche und persönliche Reflexionen fügen sich zu einer vielstimmigen Erzählung, in der die Autorin zugleich ihre eigene Suche nach Wahrheit nachvollziehbar macht. So zeichnet sie ein ebenso persönliches wie gesellschaftliches Panorama über das Schweigen und Vergessen, vor allem aber über das Fortwirken von Traumata über Generationen hinweg.
Am Schicksal ihrer Urgroßmutter wird zugleich ein dunkles Kapitel der Psychiatriegeschichte sichtbar. Frauen, die nicht dem gesellschaftlich erwarteten Bild entsprachen, galten schnell als „hysterisch“ oder „schwierig“ und wurden weggesperrt. Selbstbestimmung wurde zur Diagnose, Medizin zum Mittel der Kontrolle. Es folgten Lobotomien, Zwangsbehandlungen und jahrzehntelange Internierungen. Biografien wurden ausgelöscht, oft auch aus dem Gedächtnis der eigenen Familien. Adèle Yon holt dieses verdrängte Kapitel zurück ins öffentliche Bewusstsein und zeigt eindrucksvoll, wie Macht, Gewalt und Schweigen bis heute nachwirken.

Adèle Yon, 1994 in Paris geboren, studierte an der École Normale Supérieure und promoviert im kreativen Forschungslabor SACRe. Sie arbeitet als Autorin, Filmwissenschaftlerin und Köchin in Paris. „Mein wahrer Name ist Elisabeth“ ist zugleich literarisches Debüt und Grundlage ihrer Dissertation. In Frankreich wurde das Buch als außergewöhnliches Werk gefeiert, das Literatur, dokumentarische Recherche und Familiengeschichte auf eindrucksvolle Weise miteinander verbindet.
