© Rick Hewes
Dienstag, 16. September 2025, 19:30 Uhr
Deutschlandpremiere & Harbour Front Pre-Opening
Moderation: Tobias Rüther (dt.–engl.)
Deutsche Lesung: Eva Maria Nikolaus
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche und mit deutschen Lesestellen statt.
Planetarium
Samantha Harvey zeigt, wie es Literatur immer wieder gelingt, einen Ausdruck für die ganz großen Fragen der Menschheit zu finden – hier mit einem Blick auf unsere Welt aus der denkbar größten Entfernung: dem All.
Sechs Astronautinnen und Astronauten aus unterschiedlichen Nationen umkreisen in einer Raumstation die Erde. Sechzehnmal an einem Tag sehen sie die Sonne auf- und wieder untergehen. Wie halten es sechs völlig verschiedene Menschen auf so engem Raum miteinander aus? Für die kurze Zeit im Weltraum sind sie füreinander alles, weil es außer ihnen hier oben niemanden gibt. Was passiert, wenn man seine Heimat aus weiter Ferne durch ein kleines Fenster sieht? Wie verändern sich Denken und Fühlen? Wie sieht die Welt von oben betrachtet aus? Wir lesen, was diese Menschen sehen. Sie sehen nichts weniger als die Schönheit des Universums – aber mit dem Wissen um all die Zerstörung, die man dem Planeten Erde aus dem All ansieht.
Während bei Samantha Harvey die Menschen aus dem All auf die Erde gucken, erzählt Raoul Schrott am 30. September – ebenfalls im Planetarium – mit seinem „Atlas der Sternenhimmel“ davon, wie die frühe Menschheit von der Erde aus den Himmel und die Sterne zu lesen begann.
Samantha Harvey, geboren 1975, ist eine vielfach ausgezeichnete britische Schriftstellerin. Ihr fünfter Roman „Umlaufbahnen“ wurde 2024 mit dem Booker Prize ausgezeichnet.
Es liest die Schauspielerin Eva Maria Nikolaus vom Hamburger Schauspielhaus.
Der Journalist und Autor Tobias Rüther führt durch den Abend.
ausverkauft
© Manny Jefferson
Samstag, 20. September 2025, 16:00 Uhr
Moderation: Alexandra Antwi-Bousiako
Begrüßung: Joachim Lux, Carsten Brosda
Laudatio: Auma Obama
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch ohne Übersetzung statt.
Elbphilharmonie
„Feminismus ist meine Art zu träumen, wie die Welt anders sein könnte“
Eröffnung und Verleihung des Felix-Jud-Preises, Laudatio: Dr. Auma Obama
Eröffnet wird das Harbour Front Literaturfestival erstmals mit der Ehrung einer literarischen Stimme von Weltrang. Sie ist die bedeutendste weibliche Autorin des afrikanischen Kontinents und kommt erstmals überhaupt nach Hamburg: Chimamanda Ngozi Adichie.
Bücher wie „Americanah“ oder „Blauer Hibiskus“ – kürzlich erschien „Dream Count“ – verkaufen sich millionenfach und sind in über 50 Sprachen übersetzt.
Sie ist eine feministische Ikone von Rang: „Echte Gleichberechtigung der Frauen gibt es noch nirgendwo auf der Welt. Wir sind noch lange nicht so weit. Feminismus ist meine Art zu träumen. Es geht darum, sich vorzustellen, wie die Welt anders sein könnte.“ Ihr großes Vorbild dabei – ihre Mutter: Sie „nahm Raum ein, ohne sich zu entschuldigen. Sie war wunderschön, ambitioniert und lustig.“
Bekannt wurde Adichie in Deutschland u. a. durch öffentliche Auftritte mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und der damaligen Kanzlerin Angela Merkel.
Ausgezeichnet wird sie nun mit dem erstmals vergebenen Felix-Jud-Preis für „widerständiges Denken“. Gestiftet von dem mit der Felix-Jud-Buchhandlung verbundenen Verein zeichnet er engagierte Persönlichkeiten aus den Bereichen Literatur, Kunst und Kultur aus, die sich besonders für die Stärkung von widerständigem Denken, Humanität, Freiheit und Meinungsfreiheit einsetzen.
Die Laudatio hält Auma Obama aus Kenia. Sie ist bekennender Adichie-Fan und die Halbschwester des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.
Eröffnet wird das Festival durch den künstlerischen Leiter des Harbour Front Literaturfestivals, Joachim Lux, und den Senator für Kultur und Medien, Carsten Brosda („Reden wir nicht nur davon, wie wichtig uns die Kultur ist. Gehen wir hin!“).
Die Eröffnungsveranstaltung findet in Kooperation mit dem Felix Jud & Friends e. V. statt.
© Dumont
Samstag, 20. September 2025, 20:00 Uhr
Moderation/Gespräch: Christopher Rüping
Deutsche Lesung: Maike Knirsch
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit simultaner Übersetzung ins Deutsche und mit deutschen Lesestellen statt.
Centralkomitee
In „Das gelbe Haus“ erzählt Mieko Kawakami von dem Versuch einer siebzehnjährigen jungen Frau, ihr Leben zugunsten einer besseren Zukunft selbst in die Hand zu nehmen. Doch das ist nicht so einfach: Zwar gelingt es ihr zunächst, Teil einer neuen, selbst gewählten Familie zu werden, einer bunt zusammengewürfelten Gruppe junger Frauen am Rande der Gesellschaft. Doch die Sicherheit ist trügerisch und als das Geld knapp wird, gerät sie in eine kriminelle Parallelwelt. Wer hat hier die Verantwortung? Und wer benutzt hier – Selbstermächtigung hin oder her – wen? Warum begehen Menschen Verbrechen? Und wer trägt die Verantwortung?
Mieko Kawakami lebt in Tokio und kommt erstmals nach Hamburg. Sie ist eine der wichtigsten literarischen Stimmen Japans und wurde mit dem Bestseller „Brüste und Eier“ (2020), am Thalia Theater mit Maike Knirsch in der Hauptrolle von Christopher Rüping uraufgeführt, weltbekannt. Mittlerweile wurden ihre Werke in über 20 Sprachen übersetzt.
ausverkauft
Samstag, 20. September 2025, 20:00 Uhr
Musikalisch-literarische Eröffnung
Elbphilharmonie
Das Harbour Front Literaturfestival startet ungewöhnlich: mit einer musikalisch-literarischen Hommage an eine der faszinierendsten Künstlerfiguren des 20. Jahrhunderts – David Bowie. Entstanden ist ein elektrisierender Abend zwischen Konzert, Lesung und Live-Zeichnung, mit dem Schauspieler und Musiker Alexander Scheer und dem Livezeichner Reinhard Kleist. Der Abend steht programmatisch für die zeitgemäße Erweiterung der Präsentationsformen von Literatur: Spätestens seit Bob Dylan den Literaturnobelpreis bekommen hat, ist klar, dass die althergebrachten Vorstellungen von Literatur nicht mehr stimmen. Die Grenzen zwischen E und U werden fließend, hohe Literatur und Pop sind längst kein Widerspruch mehr – die Bewegung der Künste wird freier und atmet anders als im klassischen Bildungskanon. Ein prägnantes Beispiel dafür ist ausgerechnet einer der glamourösesten Künstler des Popbusiness, nämlich David Bowie. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet er eine große Leidenschaft für Literatur hatte und nie ohne einen riesigen Seekoffer mit bis zu tausend Büchern auf Tour ging? Alexander Scheer öffnet in „Heroes“ diesen geheimnisvollen Koffer und nimmt uns mit auf eine Reise, in der hohe Literatur und die Musik der Popkultur zueinander finden. So wird es möglich, dass literarische High End Klassiker wie Homers „Ilias“, Dantes „Inferno“ oder Döblins „Berlin Alexanderplatz“ vollkommen unverkrampft und selbstverständlich neben einigen der größten Hits der Popgeschichte stehen, während der Comic-Künstler Reinhard Kleist gleichzeitig live zeichnet und das Crossover zur bildenden Kunst sucht.
Nach 16 ausverkauften Vorstellungen im Berliner Ensemble ist „Heroes“ nun erstmals in Hamburg zu erleben – als großer, genreübergreifender Auftakt des Harbour Front Literaturfestivals 2025.
Besetzung & Mitwirkende: Mit Alexander Scheer (Gesang) und Fee Aviv Dubois (E-Gitarre), Steve Patuta (Keyboards), Fabian Leu (Bass), Steffen Kieslich (Schlagzeug) sowie Reinhard Kleist (Live-Zeichner), Melanie Macher (Live-Kamera)
Konzeption: Steffen Sünkel, Kostüme: Janina Brinkmann, Licht: Benjamin Schwigon, Martin Mulik, Ton: Silvio Neumann, Live-Schnitt-Video: Luna Zscharnt, Herstellungsleitung: Albrecht Leu
Alexander Scheer gehörte nach Engagements in Bochum, Zürich, Frankfurt, Hamburg und Wien zum Volksbühnenensemble von Frank Castorf. Im Film hat Alexander Scheer bereits einige Pop Ikonen verkörpert, darunter Keith Richards und Andy Warhol. Die Darstellung des DDR-Liedermachers Gundermann in Andreas Dresens gleichnamigen Film brachte ihm 2019 u.a. den Deutschen Filmpreis ein. In Hamburg stand er u.a. im legendären „Othello“ auf der Bühne und war zuletzt als „der Mann, der vom Himmel fiel“ in „Lazarus“ von David Bowie zu sehen.
„Niemand im Universum des Pop hat die Grenzen zwischen Leben und Kunst authentischer verwischt als David Bowie.“ — Alexander Scheer
ausverkauft
© Lori Barra
Sonntag, 21. September 2025, 19:30 Uhr
Lesung & Gespräch / per Video zugeschaltet
Moderation/ Gespräch: Christiane von Korff (dt.-engl.)
Deutsche Lesung: Nina Petri
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche und mit deutschen Lesestellen statt.
St. Katharinen
Per Video aus Kalifornien zugeschaltet spricht die chilenische Autorin über ihren soeben neu erschienenen Roman – die Geschichte eines Ringens um weibliche Selbstermächtigung. Und ihre Gefährdung.
San Francisco, 1866. In der Folge einer verbotenen Amour Fou zwischen einem chilenischen Aristokraten und einer irischen Nonne bringt diese ein Mädchen zur Welt: Emilia del Valle. Aufwachsend in einer unkonventionellen Familie entwickelt Emilia sich zu einer unabhängigen Denkerin und selbstständigen jungen Frau, die die Kraft hat, sich durchzusetzen. Unter der Mimikry eines männlichen Pseudonyms schreibt sie Groschenromane, wird Journalistin und begibt sich schließlich auf eine gefährliche Reise nach Chile – in das Land ihrer Herkunft, das am Vorabend eines Bürgerkriegs steht. Auf der Suche nach der Wahrheit über ihren Vater gerät sie hinein in den Krieg und an einen Scheideweg, der die gesamte Biografie dieser mutigen Frau infrage zu stellen droht.
Isabel Allende, geboren 1942 in Lima, zählt zu den meistgelesenen Autorinnen der Welt. Ihre Werke wurden in über 40 Sprachen übersetzt. Sie stammt aus der Familie von Salvador Allende, sozialistischer Präsident Chiles von 1970-1973 und anschließend durch den General Pinochet weggeputscht. Isabel Allende lebt in Kalifornien.
Nina Petri ist eine der vielseitigsten deutschen Schauspielerinnen und sowohl durch das Theater, Film und Fernsehen wie auch Hörspiel bekannt. Sie lebt in Hamburg.
Christiane von Korff schreibt als Kulturjournalistin u.a. für Stern, Spiegel, Süddeutsche Zeitung und Brigitte.
Restkarten
© Regina Schmeken
Sonntag, 21. September 2025, 19:30 Uhr
Moderation/Gespräch: Natalja Starosta
THALIA GAUßSTRAßE
Thomas Melles „Haus zur Sonne“ führt in ein futuristisch anmutendes Wellness-Resort mit einem Rund-um-die-Uhr-Glücksversprechen. Hier versammeln sich Menschen, die die Gesellschaft ausgemustert hat oder die sich selbst vom Spielfeld genommen haben und nun nach einer neuen Motivation fürs Leben oder nach einem Weg zum endgültigen Abschied suchen.
Es ist ein Ort für Gefährdete, Gescheiterte und Lebensmüde, für ihre Sehnsüchte und Erlösungswünsche. Wie könnte ein letztes Glück aussehen? Willkommen im „Haus zur Sonne“, einer Institution, die zugleich Wunscherfüllungsmaschine und Abschaffungsapparat ist. Menschen lassen sich in dieser vom Staat finanzierten Klinik aufnehmen, um jeden nur erdenklichen Wunsch erfüllt zu bekommen – und dann, ohne großes Aufsehen, aus dem Leben zu scheiden. Doch will, wer nicht mehr leben will, wirklich sterben?
„Haus zur Sonne“ ist ein Roman, der die Grenzbereiche zwischen Autobiografie und Fiktion, zwischen Sehnsucht und Depression und letztlich zwischen Leben und Tod auslotet. „Dieser Text ist wirklich ein Hammer“, sagte sichtlich berührt der Schauspieler Jens Harzer, nachdem er das Hörbuch eingelesen hatte.
Mit „Haus zur Sonne“ steht Thomas Melle auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025.
Bekannt wurde Thomas Melle (*1975) mit seinem Debütroman „Sickster“ (2011), der ebenfalls für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Zuletzt erschien „Die Welt im Rücken“ (2016), ein Buch, in dem er sein Leben mit bipolarer Störung literarisch brillant verarbeitet hat. Es erregte große Aufmerksamkeit und wurde in 22 Sprachen übersetzt. Melle erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kunstpreis Berlin. Er lebt in Berlin.
Die Veranstaltung ist eine der seltenen Gelegenheiten, diesem außergewöhnlichen Autor zu begegnen.
Natalja Starosta war bis Sommer 2025 Dramaturgin am Hamburger Thalia Theater.
© Christian Werner
Montag, 22. September 2025, 19:30 Uhr
Gespräch/Moderation: Natalja Starosta
Deutsche Lesung: Johannes Hegemann
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt, mit deutschen Lesepassagen.
Laeiszhalle
Der französische Autor Édouard Louis hat das fast Unmögliche geschafft: Aufgewachsen in sozial prekären Verhältnissen und unter Gewalt und Diskriminierung leidend, hat er sich nach oben gekämpft in die Pariser Elite und ist heute – mit gerade einmal 32 Jahren – ein europäischer Literaturstar. In seinen Büchern erzählt er autofiktional von seiner Herkunft aus der Unterschicht: von sich selbst, seinem Vater, seiner Mutter und jetzt, in „Der Absturz“, von seinem Bruder, der als tragischer Phantast untergeht. Warum ist es so schwer, aus seinem Milieu auszubrechen und ein freies und selbstbestimmtes Leben zu leben? Nie wurde authentischer, liebevoller und schonungsloser über dieses Milieu berichtet.
Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen: Dieses literarische Projekt wird – ganz in der Tradition von Émile Zola– ein Klassiker der Moderne des 21. Jahrhunderts werden. Für die Presse ist der 32-Jährige schon heute „Frankreichs größte literarische Sensation“ (The New York Times). Es ist ein großer Gewinn, Édouard Louis persönlich zu begegnen, er ist in der Livebegegnung ein blitzschneller und mitreißender Erzähler und Gesprächspartner.
Édouard Louis (*1992) erlebte seinen Durchbruch – im Gleichklang mit Didier Eribons bahnbrechendem Buch „Rückkehr nach Reims“ – bereits mit seinem Erstling „Das Ende von Eddy“ (2015), das Werk eines 23-jährigen über seine Kindheit. Es folgten „Im Herzen der Gewalt“ (2016), „Wer hat meinen Vater umgebracht?“ (2018), „Die Freiheit einer Frau“ (2020), „Anleitung, ein anderer zu werden“ (2022) und „Monique bricht aus“ (2025). Letzteres ist bereits sein zweites Buch über seine Mutter, die für ihre Selbstbestimmung kämpft, und über einen Sohn, der sich mit ihr verbündet.
Johannes Hegemann (*1996) ist einer der jungen Shootingstars des Thalia Theater. 2022 wurde er zum „Nachwuchsschauspieler des Jahres“ gewählt und mit dem begehrten Boy-Gobert-Preis ausgezeichnet. Gleichzeitig dreht er große Kinofilme, u.a. mit Andreas Dresen („In Liebe, eure Hilde“) und Kirill Serebrennikov („Mengele“, Cannes 2025). Mit Édouard Louis hat er Erfahrung und einen Text mit programmatischem Titel auf die Bühne gebracht: „Anleitung, ein anderer zu werden“.
Natalja Starosta, Dramaturgin des Thalia Theaters, ist eine weitere junge Stimme, mit Interessen auch für die freie Szene, für Film und Fernsehen, und ebenfalls mit Édouard Louis bestens vertraut.
© Julian Baumann
Dienstag, 23. September 2025, 19:30 Uhr
Moderation/Gespräch: Annabelle Assaf
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche und mit englischen Lesestellen statt (gelesen von der Autorin).
St. Pauli Theater
Ob das akademische Leben für Lehrkörper und Studenten tatsächlich die sprichwörtliche „Hölle“ ist, darüber kann man verschiedener Meinung sein. Dass es für eine Doktorandin und einen Doktoranden zur Hölle wird, davon erzählt Rebecca F. Kuang. Alice und Peter studieren Analytische Magie in Cambridge. Als ihr Professor bei einem Unfall stirbt, müssen die beiden in die Hölle reisen, um die Seele ihres Doktorvaters – und damit ihre Promotion – zu retten. In die Hölle zu gelangen, gelingt ihnen spielend. Dort zu überleben ist allerdings eine ganz andere Sache. Und Stoff für eine höllisch gute Geschichte. Schon in der Antike war das Hinabsteigen in die Unterwelt – „Katabasis“ genannt – ein besonderes Wagnis.
Mit dem Uni-Leben kennt sich die 29-Jährige Rebecca F. Kuang gut aus: Sie promoviert an der Yale University in Ostasiatischer Literatur. Bereits mit 21 Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Roman. Es folgten Bestseller wie „Babel“ und „Yellowface“, für die sie u. a. den Nebula Award, den Locus Award und den British Book Award erhielt. Ihre Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt.
ausverkauft
© Stefen Chow
Dienstag, 23. September 2025, 20:00 Uhr
Rathauspassage
Was passiert, wenn man auf Reisen nicht in Hotelzimmern übernachtet, sondern auf fremden Wohnzimmer-Sofas? Stephan Orth reist seit Jahren als Couchsurfer durch jene Teile der Welt, die in westlichen Medien meist nur als Schlagzeilen vorkommen: den Iran, China, Saudi-Arabien – und zuletzt die Ukraine.
In seiner Vortragsreihe „Stephans Hafencouch“ bringt er für das Harbour Front Literaturfestival vier seiner Reisen als musikalisch begleitete Multimedia-Vorträge auf die Bühne: mit authentischen Geschichten, überraschenden Begegnungen, klugen Analysen und starken Bildern.
Für seine Präsentation hat er sich einen besonderen Ort ausgesucht: die Rathauspassage, sie ist das Wohnzimmer der Stadt und neues Festivalzentrum. Von diesem Wohnzimmer aus bricht er auf – auf die ungewöhnlichsten Sofas der Welt.
Stephan Orth, geboren 1979, ist Journalist und Autor mehrerer SPIEGEL-Bestseller. Neun Jahre lang arbeitete er als Redakteur im Reiseressort von Spiegel Online, bevor er sich ganz dem Schreiben und Vortragen widmete. Seine Bücher über Couchsurfing im Iran, in Russland, China, Saudi-Arabien und der Ukraine wurden in zehn Sprachen übersetzt. Orth lebt in Hamburg.
Volume 1: Couchsurfing im Iran – „hinter verschlossene Türen“ – mit iranischer Musik
Kaum ein Land ist so verschlossen wie der Iran mit seinen über 90 Millionen Einwohnern. Wie können wir die Bewohner eines Landes zwischen Tradition und Aufbruch verstehen? Stephan Orth reist als Couchsurfer kreuz und quer durch das Land, schläft auf Dutzenden von Perserteppichen und erlebt irrwitzige Abenteuer. Dabei lernt er Menschen kennen, die sich ein anderes Leben wünschen als das, was das Regime ihnen vorschreibt – mit heimlichen Partys, verbotener Musik und einer Gastfreundschaft, die ihresgleichen sucht.
Live-Musik von Sajad Goodarzi (Oud)
Sajad Goodarzi begann seine musikalische Reise mit der Flamenco-Gitarre und studierte später Cello am Teheraner Konservatorium. Er spielte in renommierten Orchestern und vertiefte seine Kenntnisse am Prayner Konservatorium in Wien, wo er sich auch mit der iranischen Musik und Instrumenten wie der Oud und der Setar beschäftigte.
Ab 2017 widmete er sich ernsthaft dem Komponieren und übernahm die Leitung von Orchestern. Goodarzi sieht seine Arbeit als Komponist und Multiinstrumentalist in der interdisziplinären Kunst. In seinen Werken verwendet er verschiedene Rhythmen und lokale Modi und lässt sich von mystischer Literatur inspirieren. Dabei kombiniert er naturalistische, fusionistische und alternative Stile.
Seit 2024 bringt er seine Erfahrung und Leidenschaft in die Musik von AwA ein – ein in Hamburg ansässiges Musiklabel, dass sich der zeitgenössischen persischen Musik verschrieben hat.
Alle Termine im Überblick:
Volume 1: 23. September: Couchsurfing im Iran
Volume 2: 30. September: Couchsurfing in China
Volume 3: 07. Oktober: Couchsurfing in Saudi-Arabien
Volume 4: 09. Oktober: Couchsurfing in der Ukraine
ausverkauft
© Ben Flythe
Mittwoch, 24. September 2025, 20:00 Uhr
Einzige Lesung in Deutschland
Moderation & Gespräch: Damla Hekimoğlu
Lesung: David Nathan
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Englisch mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche sowie mit deutschen und englischen Lesestellen statt.
Thalia Theater, Alstertor, 20095 Hamburg
Bekannt durch Welterfolge wie „Sakrileg“ und „Illuminati“ sowie deren Verfilmungen mit Tom Hanks, präsentiert Thriller-Autor Dan Brown exklusiv in Hamburg sein neues Buch um die von ihm geschaffene Figur des Symbolforschers und Harvard-Professors Robert Langdon. Kennzeichnend für die Robert-Langdon-Thriller ist – so auch hier – die unterhaltsame Verbindung von Action, Wissenschaft und Geschichte.
Diesmal begleitet Robert Langdon seine Freundin Katherine Solomon nach Prag. Katherine bereitet die Veröffentlichung eines Buches vor, das bahnbrechende Entdeckungen über die wahre Natur des menschlichen Bewusstseins offenbart. Doch ein brutaler Mord stürzt die Reise in ein unvorhersehbares Chaos, und Katherine verschwindet plötzlich – ebenso ihr Manuskript. Langdon sieht sich fortan einer mächtigen Organisation gegenüber und wird von einem unheimlichen Angreifer verfolgt, der aus Prags ältester Mythologie entsprungen zu sein scheint und nur ein Ziel verfolgt – gnadenlose Rache.
Dan Brown wurde 1964 in Exeter, New Hampshire (USA), geboren. Als Sohn eines Mathematikprofessors und einer Kirchenmusikerin wuchs er in einem Umfeld heran, in dem Religion und Wissenschaft keine Gegensätze darstellten – ein Spannungsfeld, das sich auch in seinen Thrillern widerspiegelt. Sein erstes Buch veröffentlichte Dan Brown 1998: „Diabolus“ (Originaltitel: „Digital Fortress“), bevor er mit Robert Langdon eine Figur schuf, die zu einer herausragenden Marke der internationalen Unterhaltungsliteratur wurde.
Der enorme Erfolg des ersten Robert-Langdon-Romans „Illuminati“ (Originaltitel: „Angels & Demons“) begann in Deutschland. „Sakrileg“ (Originaltitel: „The Da Vinci Code“) wurde daraufhin zu einem weltweiten Bestseller und Phänomen. Das Buch sorgte international für Furore und wurde aufgrund seiner kritischen Inhalte im Hinblick auf die katholische Kirche in einigen Ländern sogar verboten. Dan Brown lebt in Neuengland.
Restkarten
© privat
Mittwoch, 24. September 2025, ab 18:30 Uhr
Moderation & Gespräch: Bernhard Robben
Lesung: Julia Kemp
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche und mit deutschen Lesestellen statt.
Designzentrum
Manche Fragen bestechen durch ihre (vermeintliche) Naivität – und führen auf direktem Weg in Komplexität, Dilemma und Explosion. „Sind Flüsse Lebewesen?“ ist so eine Frage. Sie stellt unser paternalistisches Naturschutzkonzept infrage. Tatsächlich gibt es immer mehr Bestrebungen, die Natur als Rechtsfigur auf Augenhöhe zuzulassen. Das hieße: Sie kann den Menschen verklagen. Nicht nur symbolisch.
Robert Macfarlane gilt als wichtigster britischer Autor des „Nature Writing“ und sucht auf Reisen zu Flusssystemen in Ecuador, Indien und Kanada nach dem jeweils besonderen Verhältnis der Menschen zur Natur der Flüsse. Sein Buch ist voll von atemberaubenden Beschreibungen einer Natur, die er nicht auf den Status einer „Ressource“ reduziert wissen will. Er formuliert den Gedanken, dass wir uns selbst zerstören, wenn wir die Natur zerstören, auf völlig neue Weise. Alle drei Flusssysteme sind bedroht, und die dort lebenden Menschen begleiten dies mit Trauer und Wut. Macfarlane ruft dazu auf, die Natur als „politisches Subjekt“ ernst zu nehmen. Aber wie kann das gehen? Haben wir die Kraft, uns neu zu denken?
Dass er diese Frage ausgerechnet an den Flüssen (und nicht etwa an den Bienen) stellt, ist radikal. Denn die gesamte Entwicklung der Menschheit entstand vor Jahrtausenden entlang von Flusskulturen, die den Menschen einen Wohlstand ermöglichten, der nur Bestand hatte, wenn der Mensch die Natur, von der er lebt, auch ernst nahm.
Vor der Lesung lädt die interaktive Ausstellung von Greenpeace zum Besuch ein: Sie zeigt eindrucksvoll, wie bedroht unsere Umwelt durch menschliche Einflüsse ist – und wie sehr unser Handeln über die Zukunft unseres Planeten entscheidet. Der Eintritt zur Greenpeace-Ausstellung ist frei. Greenpeace ist nicht an den Einnahmen der Veranstaltung beteiligt.
© Bruno Berkel
Mittwoch, 24. September 2025, 19:30 Uhr
Deutschlandpremiere
St. Pauli Theater
„Biarritz“ ist eine schonungslos und komplex erzählte Mutter-Tochter-Geschichte – über Nähe, Schuld und den Wunsch nach Versöhnung.
Seit Jahren lebt die Mutter im Altersheim. Längst hat sie zu sprechen aufgehört – und kommuniziert, nach dem Tod ihres dementen Mannes, nur noch mit ihrer Freundin, ebenfalls Bewohnerin des Heims. Ihre Tochter scheint sie dagegen kaum wahrzunehmen, vielleicht lehnt sie sie sogar ab, es bleibt ungewiss. Liegt es an mangelnder Zuwendung der Tochter? Ist zwischen Mutter und Tochter das Verhältnis von Konkurrenz und Vorbild nicht geklärt? In einem Akt der beiderseitigen Erlösung beschließt die Tochter, mit ihrer Mutter und deren Freundin einen letzten großen Ausflug zu machen, zum Sehnsuchtsort der Mutter: Biarritz.
Andrea Sawatzki gehört zu den bekanntesten deutschen Film- und Fernsehschauspielerinnen. Auch als Autorin hat sie sich längst etabliert: Nach ihrem SPIEGEL-Bestseller „Ein allzu braves Mädchen“ veröffentlichte sie die erfolgreiche Bundschuh-Reihe, darunter „Tief durchatmen, die Familie kommt“, sowie vier weitere Bände, die alle fürs ZDF verfilmt wurden. Mit ihrem Bestseller „Brunnenstraße“ wagte sie sich erstmals auf das autobiografische Terrain ihrer eigenen Kindheit.
ausverkauft
© NDR_Sinje Hasheider / © Frederik Wetzels
Mittwoch, 24. September 2025, 20:00 Uhr
Der NDR Kultur-Podcast
Hosts: Katharina Mahrenholtz, Daniel Kaiser
Deutsches Schauspielhaus
Der beliebte Bücherpodcast von NDR Kultur kommt mit einer neuen Ausgabe auf die große Bühne des Harbour Front Literaturfestivals. Die Hosts Katharina Mahrenholtz und Daniel Kaiser liefern literarische Leidenschaft, kluge Gespräche und augenzwinkernde Unterhaltung rund ums Lesen – und haben einen ganz besonderen Gast im Gepäck: Caroline Wahl, gefeierte Bestseller-Autorin von „22 Bahnen“, „Windstärke 17“ und „Die Assistentin“.
Die Podcast-Sessions von eat.READ.sleep sind legendär – und immer wieder überraschend. Verriss oder Begeisterung in der Bestseller-Challenge? Einigkeit oder Diskussionsbedarf über mitgebrachte Neuerscheinungen? Welche literarisch-kulinarische Entdeckung die Hosts diesmal vorbereitet haben, bleibt vorerst geheim. Sicher ist: Das Publikum ist gefragt – beim exklusiven Warm-up, im Quiz (es gibt etwas zu gewinnen!) und manchmal auch mitten in der Show. Caroline Wahl gibt Einblicke in ihr Schreiben, ihre Bücher und ihre persönliche Leseliste.
Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge von eat.READ.sleep in der ARD Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt. Am besten gleich abonnieren – oder live in Hamburg dabei sein!
Über die Autorin:
Caroline Wahl, geboren 1995 in Mainz, studierte Germanistik und Deutsche Literatur in Tübingen und Berlin und arbeitete anschließend in mehreren Verlagen. Mit ihrem Debüt „22 Bahnen“ gelang ihr 2023 ein Sensationserfolg. Auch ihre Romane „Windstärke 17“ und „Die Assistentin“ eroberten die Bestsellerlisten. Caroline Wahl lebt in Kiel.
ausverkauft
© Emil Levy / © Marco Borggreve / © Andrej Grilc
Mittwoch, 24. September 2025, 19:30 Uhr
Elbphilharmonie
Anlässlich seines 70. Geburtstags erinnert das Harbour Front Literaturfestival an einen der vielseitigsten Intellektuellen unserer Zeit: Roger Willemsen. Er war freier Geist, Feuilletonist und Intellektueller, homme de lettres und Teil der Medienwelt gleichermaßen.
„Momentum“ ist ein sehr persönliches Buch über die entscheidenden Augenblicke des Lebens – und zugleich eine Anleitung, diese verdichteten Momente überhaupt zu erkennen: Augenblicke von atmosphärischer Intensität stehen neben Entscheidungssituationen, Dialoge von großer Komik neben stillen Natur- und Kunstbetrachtungen, Kindheitserlebnisse neben Augenblicken der Liebe – im Leben wie im Buch. Roger Willemsen steht selbst staunend vor dem, was uns und unser Leben ausmacht. Und sagt: „Das Leben kann man nicht verlängern, aber wir können es verdichten.“
2015 starb er in Wentorf bei Hamburg im Alter von 60 Jahren – viel zu früh. „Momentum“ ist eine seiner letzten Publikationen.
Entstanden ist ein Abend, der den musikalischen Dialog mit den Betrachtungen von Willemsen sucht – mit Werken von Ludwig van Beethoven, Dmitri Schostakowitsch, Anton Webern, John Adams u. a.
Ein Abend mit Joachim Król, einem der beliebtesten deutschen Schauspieler, der vielfach ausgezeichneten Geigerin, Solistin und Kammermusikerin Franziska Hölscher und dem international renommierten Pianisten Martin Klett.
ausverkauft
© Carlsen Comics
Mittwoch, 24. September 2025, 20:00 Uhr
BUCHPREMIERE
Elbphilharmonie, Großer Saal
Marc-Uwe Kling liest aus seinem brandneuen Comic-Album „Elon & Jeff on Mars“ vor. Mit Bildern auf der Leinwand und Sounds und so. Fast wie ein Film, aber nicht so stressig, weil sich die Bilder nicht bewegen. Dafür witziger.
Davor, danach und dazwischen liest Marc-Uwe immer mal wieder NEUES (Jawohl! Absolut! Neues! Zeug!) vom Känguru vor.
Überdies ist auch Zeichner Bernd Kissel am Start und wird mit dem Publikum einen neuen Känguru-Comic entwickeln. Crazy Konzept.
Marc-Uwe Kling: „Und worum geht’s Elon & Jeff on Mars? Die beiden superfiktiven Multimilliardäre Elon Tusk, Chef des Automobilherstellers Edison, und Jeff Jezos, Gründer von The Shop, dem weltweit größten Versandhändler, liefern sich ein Wettrennen zum Musk. Sorry, ich meine natürlich zum Mars. Ein Schelm, wer Bezos dabei denkt. Einmal angekommen, erbringen die beiden den Beweis, dass ein Planet nur zwei Bewohner braucht, damit diese sich in Nachbarschaftsstreitigkeiten verwickeln. Ob ein Maschendrahtzaun die Lösung ist? Doch dann verschwindet Jeffs Assistenzroboter ALEX und die beiden reichsten Männer des Mars müssen lernen, dass auf dem roten Planeten noch ganz andere Gefahren lauern als bekloppte Nachbarn.“
ausverkauft
© Thorsten Jander
Donnerstag, 25. September 2025, 19:30 Uhr
Lieder als Seelenbrot in finst´ren Zeiten
St. Pauli Theater
Wie immer im Leben, und besonders wenn der Himmel sich verdüstert, sind Lieder Trost, Halt und Waffe. Wolf Biermann & Pamela Biermann singen ihre Lieblingslieder, gegen Trostlosigkeit und für mehr Zuversicht im Streit der Welt. Darf man singen, angesichts des Ernstes der Weltlage? Man soll sogar! Denn: „Wir lassen uns die Laune nicht – und auch kein Leid verderben!“ schrieb der Dialektiker Biermann bereits 1972 in der DDR.
Über dem Abend leuchtet das titelgebende Lied „Ach, die erste Liebe…“ von Bulat Okudschawa – ein Lied über die ewigen Pole von Privatheit und Politik. Einige der schönsten Biermann-Lieder, wie die „Ballade vom Preußischen Ikarus“, „Wann ist denn endlich Frieden?“ oder „Der Hugenottenfriedhof“, in dem es heißt: „Wie nah sind uns manche Tote, doch wie tot sind uns manche, die leben!“, stehen neben internationalen Klassikern wie Louis Aragons „Glückliche Liebe“, dem verträumten Revolutionsschlager der Pariser Kommune, „Die Zeit der Kirschen“ oder der spöttischen Ballade vom Liebespaar „Johnny Sand und Betsy Bucht“. Lieder von der Liebe halten Liedern vom Krieg entgegen. Von letzterem erzählt das Antikriegslied „Johnny I Hardly Knew Ye“ oder das uralte russische Soldatenlied „Rabe Rabe“. Eine musikalische Zeitreise vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in heutige Zeiten.
„Die Stimmung ist das Schönste an diesem Abend“, berichtet der rbb: „Es ist ein Ereignis. Ein Konzert, das ein ganzes Jahrhundert aufblättert und gerade in der Traurigkeit der Lieder, im Nichtschönfärben der Dinge, tröstlich ist.“ (rbb, 1.4.2025, Barbara Berendt)
Wolf Biermann, 1936 in Hamburg geboren, ist in seiner Jugend freiwillig in die DDR übersiedelt, und wurde radikaler Kritiker der Parteidiktatur. 1965 erhielt er ein weitgehendes Auftritts- und Publikationsverbot. Seine Ausbürgerung löste eine ungeahnt große Protestbewegung in Ost und West aus und gilt als Anfang vom Ende der DDR. Heute lebt er wieder in Hamburg und wird 2026 90 Jahre alt.
Pamela Biermann, geboren 1963, tritt seit vielen Jahren immer wieder als Sängerin mit ihrem Lebens- und Kunstpartner Wolf Biermann, aber auch mit den Free-Jazzern des Zentralquartetts auf.
© Frederik Wetzels
Donnerstag, 25. September 2025, 20:00 Uhr
Uebel & Gefährlich
Unmittelbar nach dem Podcast eat.READ.sleep ist sie noch einmal da: Caroline Wahl, eine der aufregendsten jungen Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Nach „22 Bahnen“ und „Windstärke 17“ liest sie „Die Assistentin“ – ihren neuen Roman über Karriere, Krisen und die Frage, wie man sich im Job treu bleibt, wenn der Beruf zur Hölle wird und die Zumutungen durch Vorgesetzte zunehmen.
Eine Karriere als Musikerin – das war eigentlich Charlottes größter Wunsch. Aber jetzt ist es ja eh zu spät und sie muss sich um einen vernünftigen Job kümmern, schon wegen der Eltern. Sie findet eine Stelle in einem Verlag, auch nicht schlecht, und München ist eine schöne Stadt, vor allem im Sommer.
Im Vorzimmer des Verlegers sitzt Charlotte ganz nah am Zentrum der Macht. Dass der seine Assistentinnen oft auswechselt, kriegt sie schnell mit. Aber sie entwickelt ein gutes Verhältnis zu ihrem Chef, der ihre Stärken erkennt, ihr vertraut. Und dafür muss sie eben viel in Kauf nehmen, sehr viel, vielleicht auch selbst mit harten Bandagen kämpfen, vielleicht ihre Gesundheit aufs Spiel setzen. Vielleicht sogar Bo verlieren, in den sie sich doch gerade erst verliebt hat …
Caroline Wahl (*1995) ist nicht nur eine sehr junge und erfolgreiche Autorin, sondern auch eine mutige. Sie mischt sich ein, riskiert sich und revoltiert gegen die Regeln des Literaturbetriebs. Sie lebt in Kiel.
ausverkauft
Donnerstag, 25. September 2025, 20:00 Uhr
Rathauspassage
Was passiert, wenn Stand-up-Comedy auf Spoken Word trifft? Wenn Witz auf Tiefgang stößt, Pointen auf Poesie?
Genau das zeigt „Comedy meets Poetry“ – das neue Format im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals, präsentiert von „Freche Möwe Stand-up Comedy“ und dem „Kulturbereicherungsbetrieb“.
An drei Donnerstagen betreten verschiedene Comedians und Poetry-Slammer aus der Hamburger Szene die Bühne der Rathauspassage. Keine Competition, kein Voting – sondern ein gemeinsamer Abend, der zeigt, wie lebendig Sprache auf der Bühne sein kann. Zusammen entsteht ein neues Format, das das kulturelle Jetzt der Stadt aufgreift. Es ist mehr als Unterhaltung.
Jetzt dabei sein – im Harbour Front Festivalwohnzimmer in der Rathauspassage.
P. S.: Tagsüber gibt es am 23.09.2025 und 30.09.2025 jeweils von 14:30 bis 17:00 Uhr unentgeltliche Workshops: „Wenn Comedy schreiben lernt“
© Thomas Leidig
Donnerstag, 25. September 2025, 21:00 Uhr
Ein Abend mit Liedern und Texten von und über Udo Lindenberg
Laeiszhalle
Im Mai kommenden Jahres feiern alle Udo Lindenbergs 80. Geburtstag – wir fangen jetzt schon mal damit an. Mit einem künstlerischen Gipfeltreffen von Benjamin von Stuckrad-Barre („Panikherz“) und Jan Delay, die hier erstmals zusammenarbeiten! Natürlich um schon mal vorab die Ehrung des besten und wichtigsten deutschsprachigen Songpoeten einzuläuten. Er hat geschafft, was keiner schafft: Ur-Hamburger zu sein, obwohl er aus Westfalen kommt. Und Hamburger Ehrenbürger obendrein!
„Vorglühen“ also, ein Abend mit Liedern und Texten von Udo – und natürlich mit Texten über Udo. Stuckrad-Barre und Delay bereiten sich seit ihrer frühen Kindheit auf diesen Abend vor: »Wir haben durch Udos Lieder und vor allem durch seine Texte sprechen, schreiben und singen gelernt. Und alles über die Liebe, die Nächte und das Feiern. Kurzum: das Leben.«
Musikalische Begleitung: Jonas Landerschier (keys), Jörg Sander (git), Lieven Brunckhorst (sax & perc)
ausverkauft
© Noel Richter / © Tobias Schult
Samstag, 27. September 2025, 19:30 Uhr
Premiere der szenisch-musikalischen Lesung
Laeiszhalle
Vier Kinder und die Hölle am Handy – willkommen in der Welt von David, der als Musikproduzent zwischen durchgeknallten Künstlern, Backstage-Stress und Kinderbetreuung versucht, die Kontrolle über sein Leben zu behalten. Nie war Multitasking zwischen Beruf und Familie so grenzwertig und unterhaltsam! Der ganz normale Wahnsinn zwischen Kunst und Kindern eskaliert, als Superstar Ian White sein Studio betritt und will, dass David sein neuestes Album produziert. Die größte Chance seines Musikmanager-Lebens und das totale Fiasko fusionieren.
Die Schauspielerin und Komikerin Anke Engelke und der Musiker und Autor Johann Scheerer bringen den Roman „Play“ in einem neuen szenisch-musikalischen Format auf die Bühne – mit viel Musik, noch mehr Humor und einem untrüglichen Gespür für die Brüche und Abgründe einer Künstler- und Familienwelt, in der alles gleichzeitig passiert. Mit dabei sind außerdem das Hamburger Clouds Hill Studio und der Dramaturg John von Düffel.
Johann Scheerer gründete mit fünfzehn Jahren seine erste Band, nahm mit „Score!“ 1999 sein erstes Album auf und ging auf Deutschlandtour. Nach dem Abitur bekam er einen Plattenvertrag für sein Soloprojekt „Karamel“ und betreibt seit 2005 das Tonstudio „Clouds Hill Recordings“ mit angeschlossenem Label und Musikverlag. Als Musikproduzent arbeitet er mit international renommierten Musikerinnen und Musikern wie Omar Rodríguez-López, At the Drive-In, Alice Phoebe-Lou, Gallon Drunk, Wolf Biermann und Peter Doherty zusammen.
„Play“ ist nach „Wir sind dann wohl die Angehörigen“ (2018) und „Unheimlich nah“ (2021) Johann Scheerers drittes Buch.
Anke Engelke moderierte als Kind in Radio und Fernsehen und sammelte bei SWF3 journalistische Erfahrungen. Sie gehörte zum Ensemble der legendären Sat.1-„Wochenshow“, ihre Reihe „Ladykracher“ zählt mit acht Staffeln bis heute zu den erfolgreichsten Sketch-Comedy-Formaten. Mit ihrem kongenialen Kollegen Bastian Pastewka erlebte man sie in mehreren Ausgaben von LOL-Last One Laughing (Prime Video) oder auch bei „Perfekt Verpasst“, der ersten gemeinsamen fiktionalen Serie (ebenfalls Prime Video). Zuletzt war Anke Engelke im Kino z.B. in „Mutter“ zu sehen. Sie ist die deutsche Stimme u.a. von „Dorie“ und „Marge Simpson“, gehört zum Team der Kinderfernsehreihe „Die Sendung mit dem Elefanten“, bildet mit Kristian Thees das Podcast-Team von „Wie läuft der Tag, Liebling?“ und ist mit den Leseprogrammen „obstinate, headstrong girl!“ (mit Carolin Emcke), „Komisch!“ (mit Iris Berben) und „More Letters of Note“ (mit Devid Striesow und Jörg Thadeusz) zu erleben. Anke Engelke engagiert sich seit über 20 Jahren für das Medikamentenhilfswerk action medeor. Sie lebt mit ihrer Familie in Köln.
ausverkauft
© Lucia Hunziker
Samstag, 27. September 2025, 20:00 Uhr
Deutschlandpremiere
Szenische Lesung
Moderation & Gespräch: Bettina Rust
Deutsche Lesung: Caroline Peters, Martin Suter
Thalia Theater
Das Harbour Front Literaturfestival präsentiert die Deutschlandpremiere eines der erfolgreichsten deutschsprachigen Romanciers der Gegenwart. Anders als gewohnt geht Martin Suter bei „Wut und Liebe“ erstmals mit einer szenisch-dialogischen Lesung auf Tour und präsentiert den Text in Hamburg gemeinsam mit der Schauspielerin Caroline Peters, Publikumsliebling in Wien, Hamburg und Berlin (Bühnenfassung Joachim Lux).
Im zweiten Teil des Abends führt die Journalistin und Moderatorin Bettina Rust das Gespräch mit dem Autor – ein Gespräch, das spannend sein dürfte.
Denn der Plot ist ungewöhnlich, Suters Clou: Hier scheitert die Liebe nicht, weil sie verkümmert oder erlischt. Im Gegenteil! Camilla will ihrer romantischen Liebe zum mäßig erfolgreichen Künstlerfreund entkommen, um sie gegen eine Vernunftliebe und ein Leben im Wohlstand zu tauschen. Noah dagegen will sie zurückgewinnen, koste es, was es wolle. Die Geschichte entwickelt sich, angetrieben von sutertypisch präzise gesetzten Cliffhangern, immer wieder überraschend, selbst Auftragsmorde kommen ins Kalkül. Und gar nicht so nebenbei suchen „Vernunft“ und „Liebe“ nach einem lebbaren Verhältnis. Ob das gelingen kann?
Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, gehört zu den bekanntesten Autoren des deutschsprachigen Raums. Seine Romane wie „Melody“, „Der letzte Weynfeldt“ und die „Business Class“-Geschichten sind internationale Erfolge. Mit der „Allmen“-Reihe hat er zudem eine beliebte Krimifigur geschaffen. 2022 feierte der Dokumentarfilm „Alles über Martin Suter. Außer die Wahrheit“ Premiere beim Locarno Film Festival.
Caroline Peters, geboren 1971, spielt an bedeutenden deutschsprachigen Theatern wie der Berliner Schaubühne und dem Wiener Burgtheater. Sie spielte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen, darunter „Mord mit Aussicht“ und „Der Vorname“, und wurde vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bayerischen Fernsehpreis, dem Deutschen Schauspielpreis und dem Nestroy-Theaterpreis. 2016 und 2018 wurde sie von der Zeitschrift „Theater heute“ zur Schauspielerin des Jahres gewählt.
Bettina Rust moderiert auf „radioeins“ seit 2002 die Talksendung „Hörbar Rust“, die mit dem European Podcast Award ausgezeichnet wurde. In ihrem Podcast „Toast Hawaii“ spricht sie mit prominenten Gästen über das Essen ihres Lebens. Auch als Fernsehmoderatorin war sie mit eigenen Formaten wie „Talk der Woche“, „0137 Night Talk“ und „Stadt, Rad, Hund“ präsent. Außerdem schrieb sie die beiden Bücher „Berlin – Lieblingsorte“ (2018) und „Das Essen meines Lebens” (2022).
ausverkauft
© Sebastian Fuchs
Sonntag, 28. September 2025, 19.30 Uhr
Theater Kehrwieder
Ein Leben auf der Überholspur, rebellisch, unangepasst, voller Lebensfreude und unglaublich stark und mutig: So erinnert sich Hubertus Meyer-Burkhardt an seine im Jahr 1898 geborene Großmutter, die ihn wie kein anderer Mensch geprägt hat. Wie ging sie mit der Welt um, die zweimal vor ihren Augen zerbrach? Was gab sie ihrem Enkel mit auf seinen Lebensweg? Und wäre es nicht wunderbar, hätten wir in der heutigen Zeit wieder mehr Menschen ihres Kalibers? Menschen mit einer unbedingten Liebe zum Leben, mit Witz, Widerspruchsgeist und Charakter.
Hubertus Meyer-Burckhardt erzählt in autobiographischen Episoden von einer Frau, die ihrer Zeit voraus war: eine zärtliche Liebeserklärung und eine Spurensuche nach den Antriebsfedern des eigenen Lebens.
Hubertus Meyer-Burckhardt lebt in Hamburg, ist Film- und TV-Produzent, Journalist, Schriftsteller und seit mehr als 15 Jahren Moderator der „NDR Talk Show.“ Zuletzt erschien sein SPIEGEL-Bestseller „Die ganze Scheiße mit der Zeit: Meine Entdeckung des Jetzt“ (2021).
Restkarten
© Gaby_Gerster / © Melanie Grande WDR
Wir danken der Ernst Langner Stiftung für die freundliche Unterstützung!
Sonntag, 28. September 2025, 19.30 Uhr
Buchpremiere
Moderation & Gespräch: Bettina Böttinger
Laeiszhalle
Die liberalen westlichen Demokratien stehen unter Druck wie noch nie, ja sie drohen sich – in demokratischen Wahlen – selbst abzuschaffen. Warum sind sie für viele so unattraktiv geworden? Was sind die Ursachen? Können sie gegen übermächtig scheinende soziale, nationale und mediale Problematiken überhaupt noch genügend Kraft entwickeln?
Gegen alle Zweifel glaubt Michel Friedman, dass es sich trotz allem lohnt, um die Demokratie zu kämpfen, weil sie von der Eigenverantwortlichkeit menschlichen Handelns ausgeht. Auch vor dem Hintergrund der Shoa erinnert er an die Grundidee der Demokratie: Jeder Mensch ist ein Mensch, und es gibt keine übergeordnete Instanz, die das Recht hat, dies zu bezweifeln. Aber kann man dem Menschen in seinem Menschsein tatsächlich vertrauen? Hat er tatsächlich genügend positive Möglichkeiten? Oder wird er unweigerlich immer wieder Opfer der in ihm schlummernden destruktiven Kräfte?
Michel Friedmans Buch ist eine Reise auf der Suche nach Vertrauen in uns selbst. Und eine Ermutigung, endlich zu handeln.
Michel Friedman, 1956 in Paris geboren, Rechtsanwalt, Philosoph, Publizist, Honorarprofessor und Moderator. 1965 Übersiedlung nach Frankfurt; Jurastudium und Promotion, später Studium der Philosophie, zweite Promotion. Er ist ehemaliger Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Träger der Goethe-Plakette der Stadt Frankfurt a. M. und Herausgeber des jüdisch-liberalen Magazins „Der Aufbau“.
© Julian Raabe / Diogenes Verlag
Montag, 29. September 2025, 19:30 Uhr
Buchpremiere – Romandebüt
St. Pauli Theater
„Eines Tages, Baby, werden wir alt sein – und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.“ Mit diesem Poetry-Slam-Satz wurde Julia Engelmann berühmt – und traf einen Nerv bei Millionen Menschen.
Ihr Romandebüt „Himmel ohne Ende“ ist eine Coming-of-Age-Geschichte um die fünfzehnjährige Charlie, die sich von ihren Eltern verlassen und von ihrer besten Freundin verraten fühlt – ein Buch über die Einsamkeit einer jungen Erwachsenen, der sich die Welt zu verschließen scheint. Bis sie Pommes begegnet, der eigentlich Kornelius heißt, und der ihr hilft, die Unendlichkeit des Himmels neu zu entdecken.
Julia Engelmann, geboren 1992 in Elmshorn, ist Poetry Slammerin, Sängerin, Schauspielerin und Bestsellerautorin mehrerer Lyrikbände. Sie lebt in Berlin.
© Claudia Höhne / Robin Baltke
Montag, 29. September 2025, 20:00 Uhr
Gastgeberin und Moderatorin: Bahar Roshanai
Rathauspassage
Vol 1: Bahar Roshanai trifft Maryam Aras
Was wissen wir wirklich über den Iran – jenseits von Schlagzeilen, jenseits von Klischees? Die Veranstaltungsreihe „Persische Passage“ mit der Moderatorin und Kulturvermittlerin Bahar Roshanai lädt dazu ein, ein Land von innen heraus kennenzulernen: in seiner literarischen Tiefe, kulturellen Vielfalt und lebendigen Gegenwart.
Mitten in Hamburg, im offenen und einladenden Raum des Festivalzentrums Rathauspassage –gleichzeitig „Wohnzimmer der Stadt“ – schlägt die „Persische Passage“ eine Brücke zu Hamburg als Ort einer der größten iranischen Communities in Europa. Im Fokus: die Kraft der persischen Literatur, die sich poetisch, politisch und persönlich mit Themen wie Identität, Freiheit, Sehnsucht und Widerstand auseinandersetzt – und dabei aktueller kaum sein könnte. Herzlich willkommen in der „Persischen Passage“ – einem Ort der Begegnung, der Geschichten und der kulturellen Entdeckungen.
Den Auftakt macht ein Gespräch mit der renommierten Literaturwissenschaftlerin und Autorin Maryam Aras. Mit ihrem aktuellen Buch „Dinosaurierkind“ geht sie auf eine persönliche Spurensuche: Der Anblick ihres Vaters bei Protesten gegen das Schah-Regime in einem alten Film wird zum Ausgangspunkt einer intensiven Auseinandersetzung mit politischem Erbe, Exil und familiärer Erinnerung. Ihre Botschaft: Politisches Engagement ist im Iran keine Option – es ist eine Notwendigkeit. Im Gespräch mit Bahar Roshanai spricht Maryam Aras über die Geschichte und Gegenwart eines Landes, das von innerer Vielfalt und äußerem Druck zugleich geprägt ist – und über die Rolle der Literatur als Sprachrohr und Seismograf einer Gesellschaft im Wandel.
© Simon Schwartz
Wir danken M.M. Warburg & CO. für die freundliche Unterstützung!
Montag, 29. September 2025, 20:00 Uhr
Bucerius Kunst Forum
Simon Schwartz und Alfons Kaiser: LAGERFELD – eine Graphic Novel.
Literatur wird zu Slam, Impro und Musik, wie auch zu bildender Kunst und erweitert ständig ihre Möglichkeiten. Immer wieder wird das Harbour Front Literaturfestival zur Plattform für solche aufregenden Erweiterungen und Erlebnishorizonte. Insbesondere in der boomenden Graphic Novel-Literatur ist Hamburg ein Hotspot.
Faszinierend, dass ausgerechnet Künstler mit hohem Glamourfaktor wie Karl Lagerfeld oder David Bowie das vertiefende Erlebnis mit Literatur suchten. Sie, die coolsten ihres Genres, waren Bücherfreaks: Karl Lagerfeld, der in einer Hamburger Buchhandlung direkt an der Alster manchmal ganze Nächte verbrachte. Warum tat er das? Und wer war eigentlich Karl Lagerfeld? Als Kind? Als Sohn? Als Konkurrent von Yves Saint Laurent? Als Liebender? Wir gehen vom Bucerius Kunstforum auf „Literatour“ und folgen seinen Spuren: wir entdecken seine Lieblingsbuchhandlung, eine Modeboutique, für die er ganze Kollektionen entwarf und schlendern über eine Promenade, die seit 2024 den Namen eben dieser Legende trägt und den Mythos eines Hamburger Genies erlaufen lässt: Karl Lagerfeld.
Im Anschluss stellen zwei Mega-Lagerfeld-Spezialisten, der Zeichner Simon Schwartz und der FAZ-Journalist Alfons Kaiser mit teilanimierten Projektionen die Graphic Novel LAGERFELD vor. Literatur erweitert ständig ihre Möglichkeiten – nicht nur zu Slam,Impro, Musik oder bildender Kunst, sondern auch zur boomenden Graphic Novel. Hamburg ist hier Hotspot und Simon Schwartz einer der Repräsentanten.
Start Literatour: 18:30 Uhr am Bucerius Kunst Forum
Start Buchvorstellung: 20:00 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Bucerius Kunstforum.
© Mathias Bothor / © Nils Schwarz
Dienstag, 30. September 2025, 19:30 Uhr
Szenische Lesung
St. Pauli Theater
„Ich habe dich vermisst. Ich vermisse dich. Ich werde dich vermissen. Und wenn du das nicht glaubst, bist du eine langohrige Eule und Eselin.“
Auf einer Dinnerparty 1922 lernt die Schriftstellerin Virginia Woolf die Aristokratin Vita Sackville-West kennen. Es ist der Beginn einer verzehrenden Leidenschaft und einer tiefen Freundschaft, die das literarische Schaffen beider inspiriert; eine Verbindung, die der Zeit trotzt, in der beide Frauen einander finden und erfinden und die Liebe in Kopf und Herz erforschen.
Jasna Fritzi Bauer und Luise Wolfram lesen diesen Pas de deux aus Tinte und Papier, der eine der großen Liebesgeschichten des 20. Jahrhunderts und zwei außergewöhnliche Frauen lebendig werden lässt.
Luise Wolfram war Ensemblemitglied der Schaubühne Berlin, Jasna Fritzi Bauer Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater. Seit 2021 sind sie als Ermittlerinnen im „Tatort Bremen“ aktiv.
© Barbara Seyr
Dienstag, 30. September 2025, 19:30 Uhr
Multimediale Lesung
Planetarium
Im besonderen Setting des Planetariums entführt Raoul Schrott in eine immersive literarisch-kosmische Reise zwischen Wissenschaft, Mythos und Poesie. Sein „Atlas der Sternenhimmel“ versammelt 17 Sternenhimmel von allen Kontinenten: von den alten Ägyptern bis zu den australischen Aborigines, aus China, Indien und Tahiti, von den Inuit, Buschleuten und den Tuareg. Unser Großer Wagen war für die Maya ein göttlicher Papagei, für die Inka der einbeinige Gott des Gewitters, für die Inuit ein Elch, für die Araber eine Totenbahre. In den Sternen haben die Menschen ihre ältesten Kunstwerke geschaffen und einen Ausdruck für ihre Kultur gesucht. Raoul Schrott fügt diese Sternsagen zu einem einzigartigen Epos der Menschheitsgeschichte.
„In einer Zeit vor der Schrift war unser Sternenhimmel ein Kino der Nacht.“ – Raoul Schrott
Raoul Schrott (*1964) lebt in Vorarlberg und ist einer der großen Tiefenbohrer der Literatur, immer auf der Suche nach den letzten Dingen. Sein erstes opus magnum war „Homers Heimat“ (2008) und seine Übertragung der „Ilias“ (2008). Es folgten die Übersetzung von Hesiods „Theogonie“ (2014), „Erste Erde“ (Epos, 2016), „Eine Geschichte des Windes oder Von dem deutschen Kanonier, der erstmals die Welt umrundete und dann ein zweites und ein drittes Mal“ (Roman, 2019) und schließlich der „Atlas der Sternenhimmel“ (2024).
ausverkauft
© Andreas Chudowski / © Marcus Hoehn
Dienstag, 30. September 2025, 20:00 Uhr
Der unendliche Interviewpodcast LIVE
Hosts: Christoph Amend, Jochen Wegner
Elbphilharmonie
Die Podcast-Idee ist genial! Denn natürlich ist nie „alles gesagt“, oder erst nach einer ganzen Nacht. Oder auch sehr schnell, nach z.B. fünf Minuten. Entweder gibt es einen Flow oder nicht. Das weiß man vorher nicht. Wer bestimmt, wann Schluss ist? Beim ZEIT-Podcast: immer der Gast. In diesem Fall also Sebastian Fitzek, der erfolgreichste deutschsprachige Autor der Gegenwart. In einer Live-Aufnahme treffen die ZEIT-Redakteure Christoph Amend, zugleich Editorial Director der ZEIT, und Jochen Wegner, ZEIT-Chefredakteur, auf den Meister des psychologischen Thrillers – ohne Zeitlimit, dafür mit vielen Fragen, Spielen, überraschenden Wendungen und viel Raum für persönliche Einsichten. Dass die ZEIT hier das Thema „Zeit“ zum Gegenstand eines Formats macht, ist sophisticated und zeigt Humor für die höheren Dinge….
Der ZEIT-Podcast kann schon einmal länger dauern – wie im Falle des Astronauten Matthias Maurer, den die beiden mehr als neuneinhalb Stunden befragten. Neben Gästen aus der Politik wie Christian Lindner, Robert Habeck, Annalena Baerbock oder Friedrich Merz waren auch die Klimaaktivistin Luisa Neubauer, der Historiker Yuval Harari, Günther Jauch und Alice Schwarzer schon bei „Alles gesagt?“ zu hören.
Sebastian Fitzek, geboren 1971 in Berlin, ist Deutschlands meistverkaufter Autor. Er studierte Jura, promovierte im Urheberrecht und arbeitete als Programmdirektor für verschiedene Radiostationen in Deutschland. Seit 2006 schreibt Fitzek Psychothriller, die allesamt zu Bestsellern wurden. Sein erster Roman „Die Therapie“ eroberte innerhalb kürzester Zeit die Bestsellerliste und wurde als bestes Krimidebüt für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert.
Fitzeks Bücher wurden bisher in 36 Sprachen übersetzt und weltweit über 19 Millionen Mal verkauft. Viele davon sind inzwischen erfolgreich verfilmt – so wurde „Die Therapie“ als sechsteilige Miniserie für Prime Video produziert, stieg sofort auf Platz 1 der meistgesehenen deutschsprachigen Serien ein und war in über 30 Ländern in den Top 10 u.a. in den USA. Zudem ist Sebastian Fitzek für seine spektakulären Buchvorstellungen bekannt, die er als Shows inszeniert und damit die größten Arenen Deutschlands füllt. 2017 wurde er als erster deutscher Autor mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin.
Restkarten
© Stefen Chow
Dienstag, 30. September 2025, 20:00 Uhr
Rathauspassage
Drei Monate lang durchquert Stephan Orth das Reich der Mitte – von den Wolkenkratzern Shanghais bis zu abgelegenen Dörfern in Xinjiang. Dabei taucht er in eine Gesellschaft ein, die sich zwischen digitaler Zukunft und autoritärem Überwachungsstaat bewegt. Er lebt bei Einheimischen, isst mit ihnen, feiert mit ihnen – und erlebt China aus nächster Nähe.
Ein vielschichtiger Blick auf das 21. Jahrhundert – frei von Klischees. Der Abend wird musikalisch von Selini Liao auf der Erhu, einer chinesischen Kniegeige, begleitet.
Alle Termine im Überblick:
Volume 1: 23. September: Couchsurfing im Iran
Volume 2: 30. September: Couchsurfing in China
Volume 3: 07. Oktober: Couchsurfing in Saudi-Arabien
Volume 4: 09. Oktober: Couchsurfing in der Ukraine
Mittwoch, 01. Oktober 2025, 16:00 Uhr
Moderation: Boussa Thiam
Live-Musik: Albrecht Schrader und LIAS
Halle 424 (Oberhafenquartier)
Drei ganze Tage wird das kreative Ambiente des Oberhafenquartiers, zwischen Wassernähe und Industrieflair, zum Ort der „next generation“. Der erste Tag widmet sich drängenden gesellschaftspolitischen Fragen, der zweite dem Genre der New Adult Literatur (2. Oktober) und schließlich wird am letzten Festivaltag der Preis für das aufregendste literarische Debüt vergeben (19. Oktober) . An allen drei Tagen wird es die Gelegenheit geben, über das Gehörte zu debattieren, sich an Büchertischen auszutauschen, musikalischen Live-Acts zu folgen oder beim Foodstand die Kräfte zu stärken.
„NEXT.GEN: unmute“ bringt die drängenden Fragen einer jungen Generation auf die Bühne: es ist ein Tag mit jungen, klugen Stimmen, die nicht schweigen, sondern laut werden – über das, was unsere Gesellschaft bewegt: Wie politisch ist Familie in Zeiten des Rechtsradikalismus? Wie queer war die Liebe in den 1920ern? Und was passiert, wenn das Patriarchat plötzlich Pause macht?
Vier starke Stimmen treten mit ihren aktuellen Büchern auf und zeigen: Persönliches ist politisch – und Politisches ist persönlich. Literatur ist längst beides.
Miku Sophie Kühmel stellt mit „Hannah“ ihren neuen Roman über die Künstlerin Hannah Höch und eine queere Beziehung in Zeiten des aufkommenden Nationalsozialismus vor. Leonie Plaar erzählt in „Meine Familie, die AfD und ich“ von ihrer eigenen Geschichte als queere Aktivistin und Historikerin, deren Familie sich politisch in Richtung Rechtspopulismus radikalisiert hat. Im Gespräch mit Bijan Moini, Experte für Freiheitsrechte und Autor der Neuerscheinung „2033“, geht es um die großen Fragen unserer Zeit: Was treibt Menschen in rechte Denkmuster – und wie können wir sie wieder erreichen? Friederike Oertel nimmt uns in „Urlaub vom Patriarchat“ mit nach Juchitán, einer mexikanischen Stadt, die als eines der letzten Matriarchate der Welt gilt. In einer Mischung aus Reportage und Selbstbefragung erkundet sie, wie alternative Gesellschaftsformen Frausein herausfordern – und inspirieren können.
Ob Familienkonflikt, queere Geschichte, rechte Narrative oder feministische Utopien – „NEXT.GEN: unmute“ zeigt: Die nächste Generation schreibt laut, unbequem, persönlich – und lässt sich nicht den Mund verbieten. Als musikalische Stimmen sind Albrecht Schrader und LIAS mit dabei.
Ein Tag für alle, die zuhören, widersprechen und neu denken wollen. Let’s unmute.
Mittwoch, 01. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Buchpremiere, Poesie und Musik
Elbphilharmonie
Das Harbour Front Literaturfestival erinnert anlässlich des 50. Todestages von Mascha Kaléko mit einem literarisch-musikalischen Abend an eine der bedeutendsten Lyrikerinnen des 20. Jahrhunderts – über Exil und Erinnerung, über Sprachmagie, Sehnsucht und Selbstbehauptung.
Den Auftakt macht Volker Weidermann mit einem Einblick in die Neuerscheinung „Wenn ich eine Wolke wäre. Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens“. Weidermann erzählt, wie die jüdische Dichterin Mascha Kaléko das Unfassbare wagt und, siebzehn Jahre nachdem sie Nazi-Deutschland 1938 in letzter Minute verlassen hat, in das Land des Holocaust zurückkehrt. Sie reist durch das geteilte Land und schreibt fast täglich Briefe an ihren Mann nach New York – über Begegnungen, Erinnerungen, Enttäuschungen und stille Triumphe.
Im Anschluss folgt das Programm „Nirgendland – Ein Abend für Mascha Kaléko“ mit dem Etta Scollo Trio und Corinna Harfouch. Der Titel spielt auf eine Zeile ihres Gedichts „Kein Kinderlied“ an: „Wohin ich immer reise, ich fahr nach Nirgendland“ – ein Bild für die existentielle Heimatlosigkeit, die das jüdische Leben in unzähligen Geschichten von Ahasver bis zu Joseph Roths „Hiob“ bis heute prägt.
Das Programm ist beides, die Einladung zur Wiederentdeckung einer großen Dichterin und eine Hommage an sie: aus Gedichten und Musik. Die Kompositionen und Vertonungen von Etta Scollo verleihen Kalékos Versen eine neue Klanglichkeit, und die sprachsensible Virtuosität und Genauigkeit von Corinna Harfouch bringt ihre Gedanken und Bildwelten zum Blühen.
Der vom Harbour Front Literaturfestival konzeptionierte Abend ist ideal, um in die Lebenswelt der Autorin einzutauchen und anschließend ihre Kunst zu erleben.
Volker Weidermann ist Literaturkritiker, Autor und Moderator. Er war Feuilletonchef der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, später Autor beim SPIEGEL und Gastgeber des Literarischen Quartetts im ZDF. Seit 2021 leitet er das Feuilleton der ZEIT. Seine Bücher „Ostende. 1936: Sommer der Freundschaft “und „Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen“ wurden Bestseller.
Etta Scollo ist Komponistin und Interpretin zwischen Berlin und Sizilien. 19 Alben, zwei Goldene Schallplatten, ausgezeichnet mit dem Ruth World Music Prize. Ihre Klangsprache verbindet Poesie und gesellschaftliches Engagement – im Trio oder mit Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie, Ensemble Resonanz u.a. Artist-in-Residence in Villa Massimo. 2024 erhielt sie den Verdienstorden Italiens.
Corinna Harfouch zählt zu den wichtigsten Schauspielerinnen des deutschsprachigen Raums. Sie spielte an der Volksbühne, am Deutschen Theater, in Filmen wie „Der Untergang” oder „Lara” und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Filmpreis, dem Theaterpreis Berlin und der Kainz-Medaille.
ausverkauft
©Nina Paaas / © privat / © privat / © Hendrik Hamelau
Donnerstag, 02. Oktober 2025, 16:00 Uhr
Moderation: Tabea Grunert
Mit Live-Musik
Halle 424 (Oberhafenquartier)
Was passiert in den Zwischenräumen zwischen Jugend und Erwachsensein, Traum und Realität, Herzklopfen und Herzschmerz? „NEXT.GEN: between chapters“ widmet sich ganz dem New-Adult-Genre und somit den Geschichten, die sich so anfühlen, als wären sie aus dem eigenen Leben. Oder doch eher aus den sehnsüchtigsten Träumen geboren? Vier der erfolgreichsten und beliebtesten Stimmen der deutschsprachigen New Adult Literatur teilen ihre Ideen und Gefühle mit dem Publikum: Mona Kasten gemeinsam im Talk mit Anna Savas sowie Antonia Wesseling im Duo mit Josi Wismar.
„NEXT.GEN: between chapters“ ist eine Liebeserklärung an ein Genre, das berührt, leise und laut zugleich. Es erzählt von Nähe, Unsicherheit, Aufbruch und allem, was dazwischenliegt. Es nimmt die Gefühle und Wünsche junger Menschen ernst und schenkt ihnen Raum. Ein Tag für alle, die gerade irgendwo zwischen gestern und morgen stehen. Für solche, die sich verlieren, neu finden und dabei Geschichten suchen, an die sie ihr Herz verschenken können. Und natürlich kann am Büchertisch weitergelesen, bei atmosphärischer Live-Musik geträumt und bei den Signierstunden den kreativen Köpfen sogar zwischen den Zeilen begegnet werden.
Restkarten
Donnerstag, 02. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Rathauspassage
Was passiert, wenn Stand-up-Comedy auf Spoken Word trifft? Wenn Witz auf Tiefgang stößt, Pointen auf Poesie?
Genau das zeigt „Comedy meets Poetry“ – das neue Format im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals, präsentiert von „Freche Möwe Stand-up Comedy“ und dem „Kulturbereicherungsbetrieb“.
An drei Donnerstagen betreten verschiedene Comedians und Poetry-Slammer aus der Hamburger Szene die Bühne der Rathauspassage. Keine Competition, kein Voting – sondern ein gemeinsamer Abend, der zeigt, wie lebendig Sprache auf der Bühne sein kann. Zusammen entsteht ein neues Format, das das kulturelle Jetzt der Stadt aufgreift. Es ist mehr als Unterhaltung.
Jetzt dabei sein – im Harbour Front Festivalwohnzimmer in der Rathauspassage.
P. S.: Tagsüber gibt es am 23.09.2025 und 30.09.2025 jeweils von 14:30 bis 17:00 Uhr unentgeltliche Workshops: „Wenn Comedy schreiben lernt“
© Gerald von Foris
Freitag, 03. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Gespräch & Moderation: Rainer Schmidt
Altonaer Theater
Ende Oktober 1957 erblickt in West-Berlin ein Kind das Licht der Welt, sein seltsamer Spitzname „Sputnik“ folgt einem aufregenden Ereignis der Zeit: Am 4. Oktober 1957 hatte „Sputnik 1“, der erste künstliche Satellit, die Erdumlaufbahn erreicht. In seinem dritten autofiktionalen Roman begibt sich Christian Berkel erneut auf die Spuren seines Lebens, erzählt die Geschichte der eigenen Kindheit und Jugend sowie der gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland, in der die NS-Zeit bis hin zur RAF verdrängt wird. Zugleich ist es die Coming-of-Age-Geschichte eines ungewöhnlichen Kindes, dem die Welt schon früh zur Bühne wird: alle scheinen Rollen zu spielen. Anders ist das Leben kaum zu begreifen. Es folgen Aufbruch und Flucht nach Paris, in eine andere Welt, dann in den siebziger Jahren die Rückkehr nach Deutschland, mitten hinein in eine von Aufbruch geprägte Zeit.
Aber mehr noch als ein Blick zurück ist Berkels Geschichte eine Reise aus ihr hinaus in eine erschreckend veränderte Gegenwart, in der wir ohne das Vergangene nie verstehen werden, wer wir wirklich sind.
Christian Berkel zählt zu den renommiertesten deutschen Schauspielern. Er war an zahlreichen europäischen Produktionen sowie Hollywood-Filmen beteiligt – darunter „Das Schlangenei“ (Ingmar Bergman), „Der Untergang“, „Operation Walküre“ und „Inglourious Basterds“ (Quentin Tarantino). Für sein künstlerisches Schaffen wurde er mit dem Bambi, der Goldenen Kamera und dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet. Mit seinen autobiografisch geprägten Romanen hat Berkel eine zweite, nicht minder eindrucksvolle Karriere als Autor begonnen. „Der Apfelbaum“ und „Ada“ erzählen von Liebe, Verlust und den Spuren der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert – persönlich und historisch zugleich. „Sputnik“ knüpft hieran an und erzählt die vielschichtige Geschichte eines Mannes, der seine Herkunft sucht – und sich selbst.
© Thomas Leidig
Freitag, 03. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Ein Abend mit Liedern und Texten von und über Udo Lindenberg
Premiere
Elbphilharmonie
Im Mai kommenden Jahres feiern alle Udo Lindenbergs 80. Geburtstag – wir fangen jetzt schon mal damit an. Mit einem künstlerischen Gipfeltreffen von Benjamin von Stuckrad-Barre („Panikherz“) und Jan Delay, die hier erstmals zusammenarbeiten! Natürlich um schon mal vorab die Ehrung des besten und wichtigsten deutschsprachigen Songpoeten einzuläuten. Er hat geschafft, was keiner schafft: Ur-Hamburger zu sein, obwohl er aus Westfalen kommt. Und Hamburger Ehrenbürger obendrein!
„Vorglühen“ also, ein Abend mit Liedern und Texten von Udo – und natürlich mit Texten über Udo. Stuckrad-Barre und Delay bereiten sich seit ihrer frühen Kindheit auf diesen Abend vor: »Wir haben durch Udos Lieder und vor allem durch seine Texte sprechen, schreiben und singen gelernt. Und alles über die Liebe, die Nächte und das Feiern. Kurzum: das Leben.«
Musikalische Begleitung: Jonas Landerschier (keys), Jörg Sander (git), Lieven Brunckhorst (sax & perc)
ausverkauft
© Urszula Sołtys / © Christian Spielmann
Samstag, 04. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Buchpremiere Deutschland
Moderation: Jan Ehlert
Deutsche Lesung: Eva Maria Nikolaus
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche und mit deutschen Lesestellen statt.
Elbphilharmonie
Was für ein listiger Plot! Ian McEwan entwirft ein Bild unserer Jetztzeit aus dem Geist einer dystopischen Zukunft, die auf unser Heute zurückblickt: 2119, etwas mehr als hundert Jahre weiter in die Zukunft, sind große Teile Europas nach einem katastrophalen Atomunfall überflutet. Die Überlebenden erinnern sich voll Trauer an den Reichtum der verlorenen Welt, an das Leben des Jahres 2014, an seine Freiheiten und Möglichkeiten… So beginnt eine Reise in die Vergangenheit, die unsere Gegenwart ist, auf der Suche nach einem Liebesgedicht des frühen 21. Jahrhunderts.
In seinem Blick aus der Zukunft führt uns McEwan die Schönheit unserer Zeit vor Augen.
Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. Spätestens seit dem Welterfolg „Abbitte“ sind seine Romane fester Bestandteil der internationalen Literaturwelt. Viele seiner Werke wurden verfilmt – zuletzt „Am Strand“ (mit Saoirse Ronan) und „Kindeswohl“ (mit Emma Thompson). Er wurde u. a. mit dem Booker Prize und der Goethe-Medaille ausgezeichnet und ist Mitglied der Royal Society of Literature sowie der American Academy of Arts and Sciences.
Eva Maria Nikolaus ist Ensemblemitglied am Deutschen Schauspielhaus Hamburg.
ausverkauft
© Dennis Dirksen
Samstag, 04. Oktober 2025, 20.00 Uhr
Buchpremiere
Deutsches Schauspielhaus
Heinz Strunk lädt mit seinen neuen Erzählungen wieder in eine Welt ein, in der es viel zu bedauern und zu lachen gibt, obwohl sie im Großen und Ganzen voller Schmerz und Schauer ist. Berichtet wird von ganz schön merkwürdigen Krankheiten, beunruhigenden Vorgängen im Nachbarhaus der Vorortsiedlung, versammelte Haushaltsroboter wohnen andächtig einem Puppentheater bei, eine Frau möchte sich nur die Nase richten lassen und gerät an den ganz falschen Schönheitschirurgen, und am Fischbuffet im Luxusresort in Maspalomas ziehen in der Nebensaison Rentnerpaare gegeneinander in den Krieg.
Die Kritiker sind sich einig: Heinz Strunk wird immer besser. Und die Süddeutsche Zeitung kalauerte unlängst: „man sollte Georg Büchner den Heinz Strunk-Preis verleihen.“
Heinz Strunk (*1962) ist Schriftsteller, Musiker und Schauspieler und lebt in Hamburg. Seit seinem ersten Roman „Fleisch ist mein Gemüse“ hat er 14 weitere Bücher veröffentlicht. „Der goldene Handschuh“ stand monatelang auf der Bestsellerliste, die Verfilmung durch Fatih Akin lief im Wettbewerb der Berlinale. 2016 wurde der Autor mit dem Wilhelm Raabe-Literaturpreis geehrt. Seine Romane „Es ist immer so schön mit dir“ und „Ein Sommer in Niendorf“ waren für den Deutschen Buchpreis nominiert. Zuletzt erschien „Zauberberg 2“.
ausverkauft
© Sabine Wiedenhofer
Sonntag, 05. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Moderation/Gespräch: Malina Kotetzki
Elbphilharmonie
Die Musikerin Johaenne steht auf ihrem Fenstersims im fünften Stock und der Friedhof ist praktischerweise nebenan. Der Mann ist aus ihrem Leben verschwunden, aber die Liebe zu ihm ist geblieben. Sie begreift, dass sie keine Selbstmörderin ist. Tastend setzt sie ihre Schritte in ein neues Leben. Aber die Welt ist aus den Fugen: Ein Nebel bedeckt die halbe Welt, Feuersbrünste und Heuschreckenschwärme wüten.
Wie könnte ein Neuanfang aussehen? Oder sogar Glück? Vier Frauen machen sich auf die Suche.
Katja Riemann ist eine der bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Sie setzt sich gesellschaftspolitisch für Demokratie und Menschenrechte ein, sie ist UNICEF-Botschafterin und unterstützt den Kampf gegen Kinderarmut, Kinderhandel und die Beschneidung junger Mädchen in Afrika. Zuletzt erschienen ihre Sachbücher »Jeder hat. Niemand darf. Projektreisen« über humanitäre Arbeit und »Zeit der Zäune« über Orte der Flucht. Mit »Nebel und Feuer« gibt sie ihr Debüt als Romanautorin.
© Regine Mosimann / Diogenes Verlag
Sonntag, 05. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Moderation & Gespräch: Shelly Kupferberg
Deutsche Lesung: Annett Renneberg
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche und mit deutschen Lesestellen statt.
Altonaer Theater
Donna Leons neuestes Buch ist kein neuer Krimi, kein Fall Brunetti und es spielt auch nicht in Venedig. In „Backstage“ lässt sie vielmehr – der Titel legt es nahe – einen Blick ins Persönliche zu. Und erinnert sich in einem Memoiren-Mosaik an Wegbegleiter, skurrile Bekanntschaften und unvergessliche Begegnungen mit echten und erfundenen Figuren. Sie schreibt über ihre Liebe zur Musik, über tragische Helden, schräge Komponisten, eine furchtlose Sexarbeiterin, über Frank Zappa und Venedigs bekanntesten Diamantenhändler.
Kurz: Ihre Geschichten kreisen um die Menschen, die ihr Leben geprägt haben.
Donna Leon, geboren 1942 in New Jersey (USA), ist durch ihre Commissario-Brunetti-Romane weltbekannt geworden. Heute lebt sie in der Schweiz – und ist in Venedig, ihrer langjährigen Heimat, weiterhin regelmäßig zu Gast.
Annett Renneberg ist Schauspielerin und insbesondere durch ihre Mitwirkung in den Verfilmungen der „Brunetti“-Romane bekannt geworden. Shelly Kupferberg ist eine hoch angesehene Journalistin, Moderatorin und Autorin.
© R. Edel / © Maximilian Heinrich
Montag, 06. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Zwei Autoren im Gespräch
Rathauspassage
Zwei Romane, zwei Familiengeschichten über Hoffnung und Liebe, über Verluste und Neuanfänge, die uns mitnehmen auf die Suche nach Antworten und vom Libanon nach Kanada, von Bremerhaven bis nach New York führen. In einer gemeinsamen Lesung verbinden Rabea Edel und Pierre Jarawan die Resonanzräume dieser zwei unterschiedlichen Geschichten und machen sie mit persönlichen Fotografien und historischem Material erlebbar.
Zu Rabea Edels „Portrait meiner Mutter mit Geistern“: Raisa lebt allein mit ihrer Mutter Martha und das schon immer. An ihren Vater hat sie keine Erinnerungen. Ihr Name ist das Einzige, was sie von ihm bekommen hat – besser so, sagt Martha. Doch Raisa beginnt, Fragen zu stellen. Als der Nachbarsjunge Mat verschwindet, beginnt Martha zu erzählen. Von der Großmutter Dina. Von Lügen, die schützen, und Lügen, die in Gefahr bringen. Von der Liebe ihres Lebens und ihrem größten Verlust.
Rabea Edel zeichnet in ihrem Buch die Lebensgeschichte ihrer Mutter und das Portrait einer Nachkriegsgeneration, die im Schatten der Gewalt und des Schweigens aufgewachsen ist. Sie erzählt von der Kraft der Liebe und von der Rückeroberung der eigenen Geschichte durch die Sprache. Ein Buch wie ein Kaleidoskop, das vor allem die Frauen in den Blick nimmt – und die weibliche Fähigkeit, sich immer wieder neu zu erfinden.
Rabea Edel, 1982 in Bremerhaven geboren, Autorin und Fotografin. Sie lebt nach einem Studium in Rom und an der Ostkreuzschule für Fotografie bei Sven Marquardt und Ute Mahler, heute an der Mosel und in Berlin.
Sie war u.a. Preisträgerin des Open Mike, Stipendiatin der Jürgen-Ponto-Stiftung, der Deutschen Akademie Rom/ Casa Baldi und der Akademie der Künste. Ihr Debütroman „Das Wasser, in dem wir schlafen“ wurde von der Kritik begeistert aufgenommen und vielfach ausgezeichnet, u. a. auf Vorschlag von Herta Müller mit dem Kunstpreis Literatur Berlin-Brandenburg. Ihr zweiter Roman „Ein dunkler Moment“ stieß auf ein ebenso begeistertes Echo. 2021 veröffentlichte sie das Kunstbuch „A Second Beating Heart“. Ihr Hörspiel „Ihre Geister sehen“ (Deutschlandfunk Kultur), gesprochen von Sandra Hüller, wurde mit dem ARD-Hörspielpreis ausgezeichnet. „Portrait meiner Mutter mit Geistern“ ist ihr dritter Roman.
Zu Pierre Jarawans „Frau im Mond“: Am 4. August 1966 zündet eine Gruppe Studenten – die Lebanese Rocket Society – eine Weltraumrakete, um den Libanon in eine blühende Zukunft zu führen. Auf den Tag genau 54 Jahre später kommt es im Beiruter Hafen zu einer Explosion, die das ganze Land erschüttert. Meisterhaft verknüpft Pierre Jarawan diese beiden historischen Ereignisse zu einer Kontinente verbindenden Familiengeschichte weit über das Schicksal des Nahen Ostens hinaus. Denn im kanadischen Montréal stoßen die Zwillingsschwestern Lilit und Lina auf Spuren ihrer armenischen Großmutter Anoush…
Pierre Jarawan wurde 1985 in Amman, Jordanien, als Sohn eines libanesischen Vaters und einer deutschen Mutter geboren. Er kam im Alter von drei Jahren nach Deutschland und wuchs in Kirchheim unter Teck auf. Er studierte an der Münchener Hochschule für Fernsehen und Film. Seine Romane „Am Ende bleiben die Zedern“ (2016) und „Ein Lied für die Vermissten“ (2020) wurden mit Preisen bedacht, in zahlreiche Sprachen übersetzt und sind internationale Bestseller. „Frau im Mond“ ist sein dritter großer Roman. Er lebt mit seiner Familie in München.
© Dominik Butzmann
Dienstag, 07. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Laeiszhalle
Wenn der Arzt und Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen gemeinsam mit dem preisgekrönten Naturfotografen Stefan Christmann auf der Bühne steht, wird eine Buchvorstellung zur Expedition und zur Hommage an die Wunder der Natur. Und mehr noch: eine Reise in die faszinierende Welt der Antarktis und der Psychologie, erzählt durch Geschichten, Gedanken und atemberaubende Bilder.
Eckart von Hirschhausen begegnet einem Pinguin. Und hält ihn für eine absolute Fehlkonstruktion: dicker Bauch, kann nicht fliegen, und dann hat die Natur auch noch die Knie vergessen. Doch als er den Pinguin schwimmen sieht, ändert sich seine Perspektive: auf das Leben und den Umgang mit den eigenen Unzulänglichkeiten. Denn mit dem Sprung ins Wasser zeigt der Pinguin, was er wirklich kann – sobald er in seinem Element ist. Was, wenn jeder von uns sein Element wiederfinden muss, um glücklich zu sein? Liegt darin das Geheimnis eines gelingenden Lebens? Eckart von Hirschhausens „Pinguingeschichte“ ist ein persönliches Plädoyer, nicht zu lange nur an seinem Innenleben zu tüfteln. Veränderung geschieht oft, wenn ich eine Umgebung schaffe, in der ich meine Stärken entfalten kann.
Die Pinguingeschichte wurde millionenfach geklickt, nacherzählt und weiterempfohlen. Jetzt endlich ist der virale Hit in einer hochwertigen Aufmachung mit zum Teil unveröffentlichten Fotos des preisgekrönten Naturfotografen Stefan Christmann auch als Buch erschienen. Er stand wochenlang auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste.
Hirschhausen trifft mit dem Pinguin-Projekt einen Nerv unserer Zeit: was können wir uns an Überlebensstrategien abschauen von Tieren, die es bei -40 Grad schaffen, nicht zu meckern und zusammenzustehen? In dem Buch erzählt auch Hirschhausen von seinem persönlichen Umgang mit Herausforderungen und eigenen Macken und warum ein Sprung ins Kalte sich immer wieder lohnt.
„Wenn es mich als Pinguin in die Wüste verschlagen hat, liegt es nicht nur an mir, wenn es nicht flutscht. Dann ist nicht die entscheidende Frage: „Wie bin ich hierhergekommen?“ Viel wichtiger ist: „Wie komme ich hier weg?““
Eckart von Hirschhausen (*1967) ist Arzt, Wissenschaftsjournalist, Kabarettist und Autor. Mit seinen Büchern („Wunder wirken Wunder“, „Mensch, Erde!“, „Der Pinguin, der fliegen lernte“), ARD-Dokumentationen und Bühnenprogrammen erreicht er ein Millionenpublikum. 2020 gründete er die Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“, um dem Schutz unserer Lebensgrundlagen oberste Priorität zu geben.
Stefan Christmann (*1983) ist ein vielfach ausgezeichneter Natur- und Expeditionsfotograph.
Restkarten
© Marco Grundt
Dienstag, 07. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Buchpremiere
Moderation & Gespräch: Friederike Moldenhauer
Nochtspeicher
Das Harbour Front Literaturfestival freut sich, Daniel Schmidt mit seinem neuen Buch „Löwengrube“ in Hamburg begrüßen zu dürfen und mit ihm einen Abend voller Tiefgang, Menschlichkeit und Hoffnung zu verbringen.
Daniel Schmidt, Kultwirt des legendären Elbschlosskellers auf St. Pauli, nimmt uns am 07. Oktober im Nochtspeicher mit auf eine bewegende Reise durch sein eigenes und das Leben der Menschen, die ihm täglich begegnen.
Er berichtet von seinem Kosmos, von denen, die trotz aller Widrigkeiten ihr Glück, ihren Sinn fanden, aber auch von denen, die scheiterten. Es sind Geschichten, die berühren, die aufrütteln, die Hoffnung und Mut machen, den Weg aus der Löwengrube herauszufinden – hin zu einem Leben in Liebe.
Wir laden herzlich ein zu einem authentischen und ehrlichen Literaturabend mit großem Herz: Daniel Schmidt beim Harbour Front Literaturfestival!
Zum Buch „Löwengrube“
In seinem neuen Buch geht Daniel Schmidt, Wirt des legendären Hamburger Elbschlosskellers, auf Spurensuche nach Glück und Lebenssinn – und zwar an Orten, an denen man weder das eine noch das andere vermuten würde. Denn egal, wie tief jemand sinkt oder welche Tragödie einem widerfährt, es gibt immer den einen Funken Hoffnung, der dem Schicksal noch einmal eine neue Wendung geben kann. „Die Liebe leuchtet in den dunkelsten Ecken.“ Davon ist Daniel Schmidt überzeugt, denn genau das hat auch er in seinem eigenen bewegten Leben voller Höhenflüge und dramatischer Abstürze immer wieder erfahren. Er erzählt offen und schonungslos vom erbarmungslosen Kiezleben, von der Löwengrube, in die er immer wieder geworfen wurde – und aus der er auch immer wieder gerettet wurde. Er gibt Einblick in seinen Weg zum Glauben und zur Liebe und macht Mut, sich ehrlich zu fragen: „Was ist meine Aufgabe im Leben?“ Sein Bekenntnis: „Ich will anderen Menschen helfen.“
Ein großes Herz für Menschen hatte er immer schon. Im Elbschlosskeller findet jeder seinen Platz, niemand wird abgewiesen. Hier sitzen Obdachlose neben Millionären, Prostituierte neben Geistlichen, Ex-Knackis neben Gesetzeshütern. Und seitdem während der Pandemie der Verein „Wer, wenn nicht wir“ gegründet wurde, kümmert sich Daniel noch intensiver um Obdachlose und all jene, die am Rande der Gesellschaft stehen.
In seinem Buch nimmt Daniel die Leserinnen und Leser mit in seinen Kosmos, er berichtet von Menschen, die trotz aller Widrigkeiten ihr Glück, ihren Sinn fanden, aber auch von denen, die scheiterten. Es sind Geschichten, die berühren, die aufrütteln, die Hoffnung und Mut machen, den Weg aus der Löwengrube herauszufinden – hin zu einem Leben in Liebe.
Erscheinungstermin: 01. Oktober 2025
Über den Autor:
Daniel Schmidt ist 1984 in Hamburg geboren und zwar als Sohn des legendären Kiezwirts Lothar, der maßgeblich dazu beigetragen hat, den Elbschlosskeller zu der Institution zu machen, die er heute ist. Das „Kellerkind“ hat die St.-Pauli-Luft so mit in die Wiege gelegt bekommen, und die Vielfältigkeit des Viertels spiegelt sich auch in seiner Biografie wider. Eigentlich ist Daniel ausgebildeter Zimmermann, über viele Höhen und Tiefen hinweg ist er inzwischen der wohl bekannteste Kneipier Deutschlands sowie mehrfacher Bestseller-Autor. Während der Coronapandemie hat er den Verein, „Wer, wenn nicht wir-Hamburg“ gegründet, der sich für sozial Benachteiligte einsetzt. In den Medien und verschiedenen Reality-TV-Formaten ist er beliebter Protagonist. Daniel trägt sein Herz auf der Zunge, ist aber zeitlebens auch Suchender.
Restkarten
© Stefen Chow
Dienstag, 07. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Rathauspassage
Als Saudi-Arabien 2019 erstmals Touristenvisa vergibt, ist Stephan Orth einer der ersten Individualreisenden dort. Er erlebt einen kulturellen Spagat zwischen liberalen Reformen und religiöser Repression, besucht Tech-Messen und entlegene Wüstenregionen – und schläft auf Sofas von Menschen, die zum ersten Mal überhaupt einen Fremden beherbergen.
Ein Abend voller Kontraste, begleitet von Musik.
Alle Termine im Überblick:
Volume 1: 23. September: Couchsurfing im Iran
Volume 2: 30. September: Couchsurfing in China
Volume 3: 07. Oktober: Couchsurfing in Saudi-Arabien
Volume 4: 09. Oktober: Couchsurfing in der Ukraine
© Dominik Butzmann
Mittwoch, 08. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Musik: Christoph Reuter (Klavier) & Tanja Tetzlaff (Cello)
Elbphilharmonie
Eckart von Hirschhausen, Schirmherr der Harbour Front Programmlinie „Future“ und Gründer der „Stiftung Gesunde Erde-Gesunde Menschen“, öffnet in der Elbphilharmonie seine „Praxis“ für Musik, Menschlichkeit und Mut zur Veränderung. Als Arzt fragt er: Wie können wir gut leben – miteinander und auf diesem Planeten? Wie klingt ein Korallenriff? Und was bringt uns zum Klingen? Musik ist überall, in der Natur, in allen Kulturen der Welt, und die Medizin entdeckt gerade ihre heilende Kraft für Leib und Seele wieder. Erlebbar wird, wie uns Musik schon vor der Geburt prägt, wie sie uns glücklich macht – und ein bisschen auch die Welt retten kann.
„Musik macht glücklich – und rettet die Welt“ verknüpft musikalische Wirkung und wissenschaftliche Erkenntnis. Es ist ein Appell für mehr Verbundenheit – mit der Musik, mit der Natur, mit dem Leben. Eckart von Hirschhausen plädiert für mehr Zuhören – in der Musik wie im Miteinander – und zeigt, wie sehr Musik nicht nur Emotion, sondern auch gesellschaftlicher Kompass sein kann.
Ein Arzttermin für die körperliche, seelische und planetare Gesundheit. Alle Kassen.
Eckart von Hirschhausen (*1967) ist Arzt, Wissenschaftsjournalist, Kabarettist und Autor. Mit seinen Büchern und Bühnenprogrammen erreicht er ein Millionenpublikum. 2020 gründete er die Stiftung „Gesunde Erde – Gesunde Menschen“ zum Schutz unserer Lebensgrundlagen.
Christoph Reuter (*1977) steht seit Jahren an Hirschhausens Seite auf der Bühne – zwischen Konzertflügel, Jazzimprovisation und Pointen.
Tanja Tetzlaff (*1973) setzt als Cellistin u.a. gesellschaftliche Akzente, etwa mit dem preisgekrönten Filmprojekt „Suites4Nature“ zur Verbindung von Musik und Klimaschutz.
Restkarten
© Suhrkamp
Mittwoch, 08. Oktober 2025, 19:00 Uhr
Eva Illouz und Natan Sznaider im Gespräch
Moderation: Catherine Newmark
Eine kostenfreie Veranstaltung in Kooperation mit dem Studium Generale der Bucerius Law School
Die Veranstaltung findet auf Englisch statt.
Helmut-Schmidt-Auditorium (Bucerius Law School)
Am 08. Oktober vor auf den Tag genau zwei Jahren dominierte nach den verheerenden Anschlägen der radikalislamischen Terrormiliz Hamas vom Vortag nicht Mitgefühl für die Angegriffenen die öffentliche Meinung. Vielmehr wurden die Attacken in progressiven Kreisen von Berlin über Paris bis New York als Akt des Widerstands legitimiert, ja teilweise sogar bejubelt. Woher kommt dieser Hass, der sich selbst für moralisch überlegen hält? Warum wird Israel hier zum Inbegriff des kolonialistischen Bösen stilisiert?
Eva Illouz (*1961) ist Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität Jerusalem. Für ihr Werk erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den Frank-Schirrmacher-Preis 2024 und den Aby Warburg Preis 2024. Ihre Bücher werden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Bekannt wurde sie auch durch Bücher wie „Warum Liebe weh tut“ und „Die neue Liebesordnung“. Natan Sznaider (*1954) ist Professor für Soziologie in Tel Aviv und Catherine Newmark (*1976) Philosophin und Kulturjournalistin.
© Yoan Valat / © Thorsten Jander
Mittwoch, 08. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Teil 1: Buchvorstellung
„18 Gefangene – Fluchtgeschichten aus China, dem größten Gefängnis der Welt“
Moderation: Jörg Beige (Amnesty International)
Lesung: Marina Galic
Übersetzung: Chen Chen (chin, – dt.)
Teil 2: Wolf Biermann & Liao Yiwu im Gespräch mit Joachim Lux
In Kooperation mit Amnesty International Hamburg
St. Pauli Kirche
Ausgangspunkt ist Liao Yiwus neuestes Buch „18 Gefangene“. Hier hat er die Geschichten von in China Inhaftierten aufgeschrieben – ähnlich wie Alexander Solschenizyn. Die Pointe: er erzählt auch von 18 Ausbrüchen, denn 18-mal gelingt die Flucht über die Berge oder über das Meer! Auch Liao Yiwu („Hinter Gittern wurde ich zum Schriftsteller.“) gelingt die Flucht und wird in Deutschland mit dem Friedenspreis des deutschen Buchhandels (2012) ausgezeichnet. Bei den Lessingtagen 2013 hält er unter dem Titel „Auf die Weltbühne geschneit“ eine vielbeachtete Rede. Er lebt heute im Berliner Exil.
Sind Freiheitsliebe, Erfindungsgabe und schierer Überlebenswille tatsächlich stärker als jede politische Unterdrückung? Ist Freiheit eine unzerstörbare Utopie? Warum ist sie dann so gefährdet?
Zwei Künstlerfreunde im Dialog: der Hamburger Wolf Biermann und der Chinese Liao Yiwu, haben beide im Kampf für die Freiheit einen hohen Preis bezahlt, ja ihr Leben riskiert. Heute sprechen die beiden – moderiert von Joachim Lux – das erste Mal öffentlich über das sie und uns alle verbindende Thema „Freiheit“. Ein Gut, das derzeit gefährdet ist, wie lange nicht.
Für beide spielte das epochale Jahr 1989 eine gewaltige Rolle: Es war das Jahr der friedlichen Revolution in der DDR, es war aber auch das Jahr, wo das Freiheitsbegehren der Studenten auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ unterdrückt wurde.
Liao Yiwu (*1958) schrieb damals das Gedicht „Massaker“ und musste für Jahre ins Gefängnis. Später lebte er im Untergrund, schrieb das Leben der Erniedrigten auf, machte Straßenmusik, um zu überleben. Im Sommer 2011 gelang es ihm schließlich, über Vietnam ins Exil nach Deutschland zu fliehen. In Deutschland angekommen wurde er mit dem Geschwister-Scholl-Preis (2011) und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2012) ausgezeichnet und hielt im ausverkauften Thalia Theater die viel beachtete Eröffnungsrede der Lessingtage 2013: „Auf die Weltbühne geschneit.“
Veröffentlichungen von Liao Yiwu: „Massaker“ (1989), „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser“ (2009), „Für ein Lied und hundert Lieder“ (2011). Im deutschen Exil folgten bisher insgesamt acht weitere Bücher. Liao Yiwu lebt in Berlin.
Wolf Biermann (*1936), das jüdische Kommunistenkind aus Hamburg, ging einst hoffnungsfroh in die DDR, wurde dort mit Auftrittsverbot belegt, und schließlich 1976 ausgebürgert – in der Rückschau der symbolträchtige Anfang vom späteren Ende der DDR: in eben jenem Jahr 1989, als die Studenten in Bejing erschossen wurden.
© Stefen Chow
Donnerstag, 09. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Rathauspassage
Über acht Monate verbringt Stephan Orth 2022 in der Ukraine und reist quer durchs Land. Von Kyjiw bis zum Donbass lebt er bei Menschen, die trotz aller Zerstörung an ihrer Zuversicht festhalten. Seine Erlebnisse sind eine eindrückliche Chronik des Alltags unter Beschuss – geprägt von Mut, Widerstandskraft und einem tiefen menschlichen Miteinander.
Mit ukrainischer Live-Musik von Daria Fomina und Oles Volinchik.
Alle Termine im Überblick:
Volume 1: 23. September: Couchsurfing im Iran
Volume 2: 30. September: Couchsurfing in China
Volume 3: 07. Oktober: Couchsurfing in Saudi-Arabien
Volume 4: 09. Oktober: Couchsurfing in der Ukraine
© Dorle Bahlburg / © Heike Steinweg / © Helen Sobrialski
Freitag, 10. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Premiere
Idee: Joachim Lux
Deutsches Schauspielhaus
Alle reden selbstoptimiert immer nur über das eigene Gelingen – nie über Versagen und Scheitern. Kann das in Zeiten, in denen ein muskulär motivierter Heroismus neue Triumphe feiert, so bleiben? Nein! Rocko Schamoni bricht das Tabu und lädt zu einer „Gala des Scheiterns“ ein.
Je nach Anlass, Lust und Laune gibt’s abgelaufene Salzstangen, Käsekracker mit Gürkchen, flauen Sekt oder Selters – vor allem aber von Rocko Schamoni eingeladene Gäste: Für sie rollt er mit Glitzer und Glamour seinen abgeranzten roten Teppich aus – „Dinner for one“ lässt grüßen. Ein Catwalk über Straucheln und Scheitern mit erfolgreich Gestrauchelten und erfolgreich Gescheiterten, in aller Komik und Tragik.
Jeweils eine Autorin und ein Autor erzählen von ihrem ganz persönlichen Scheitern, lesen und erzählen von Abgelehntem, Durchgefallenem, Zurückgezogenem, von Peinlichkeiten und Unmöglichkeiten, von Scham und Schande, von Mut und Dunkelzonen voller künstlerischer Zweifel. Sie geben einen Einblick in ihre persönliche Werkstatt und bisher völlig unbekannte Seiten ihrer Arbeit – Seiten, die nie Buch geworden sind…
Was ist, wenn aus win-win ein dauerhaftes lose-lose wird? Man wird zum Versager. Wie überlebt man das? Z. B. mit Selbstbezichtigungen: „Ja! Ich bin ein Versager!“ Oder man sucht den tröstenden Ausweg der Selbstüberhöhung und erklärt sich kurzerhand zum Genie – „zu früh gekommen“ und deswegen „aus der Zeit gefallen“: „Ja, ich bin ein Verkannter!“
Trost spendend in dem Desaster können z. B. auch andere Spezialisten des Scheiterns sein. Von Buster Keaton bis Charlie Chaplin oder David Foster Wallace, der seinen Roman „Der bleiche König“ nie zu Ende geschrieben hat – ihre Zahl ist riesig. Einer der größten Spezialisten für Scheitern und Gescheiterte aber war Samuel Beckett: „Immer versucht. Immer gescheitert. Einerlei. Wieder versuchen. Wieder scheitern. Besser scheitern.“
Ist Scheitern also auch eine Chance zum Überleben? Ist es als Teil einer nicht-heroischen Lebenskunst zu Unrecht geschmäht? Die Leser lieben die Erzählungen über das Scheitern jedenfalls mindestens so sehr wie Happy Endings oder die guten alten Helden. Warum wohl?
Gäste von Rockos erster Gala des Scheiterns sind beim Harbour Front Literaturfestival 2025 der Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff und die Autorin und Musikerin Charlotte Brandi.
Und weil Rocko Schamoni noch viele weitere Künstlerinnen und Künstler kennt, die er anfragen möchte, ihr Scheitern mit dem Publikum zu teilen, ist dies der Beginn einer mindestens dreijährigen Reihe beim Harbour Front Literaturfestival. Wer weiß: Vielleicht findet durch diese Veranstaltungsreihe doch noch manches bisher Verkanntes seinen Weg zwischen zwei Buchdeckeln? Nobody knows…
Rocko Schamoni (* 1966 in Kiel) ist ein deutscher Musiker, Schriftsteller, Schauspieler und Clubbetreiber. Er veröffentlichte seit 1987 zahlreiche Alben und Romane. Sein autobiografischer Roman „Dorfpunks“ wurde ein Bestseller und verfilmt. Schamoni ist Mitbegründer des legendären Golden Pudel Clubs in Hamburg und Mitglied des Künstlerkollektivs Studio Braun.
Joachim Meyerhoff (*1967 in Homburg) ist ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller. Er war langjähriges Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters und spielt sowohl an den Münchner Kammerspielen wie auch an der Berliner Schaubühne. Mit seiner sechsteiligen autobiografischen Romanreihe „Alle Toten fliegen hoch“ erlebte er seinen Durchbruch als Autor.
Charlotte Brandi (*1985 in Herdecke) ist eine deutsche Musikerin und Autorin. Bekannt wurde sie als Teil des Duos „Me and My Drummer“, bevor sie ihre Solokarriere startete. 2025 veröffentlichte sie ihren Debütroman „Fischtage“, der die Geschichte der sechzehnjährigen Ella erzählt, die sich mit einem singenden Plastikfisch auf die Suche nach ihrem verschwundenen Bruder begibt.
ausverkauft
© Claudia Höhne / Hannes Leitlein
Samstag, 11. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Gastgeberin und Moderatorin: Bahar Roshanai
Rathauspassage
Vol 2: Bahar Roshanai trifft Gilda Sahebi
Was wissen wir wirklich über den Iran – jenseits von Schlagzeilen, jenseits von Klischees? Die Veranstaltungsreihe „Persische Passage“ mit der Moderatorin und Kulturvermittlerin Bahar Roshanai lädt dazu ein, ein Land von innen heraus kennenzulernen: in seiner literarischen Tiefe, kulturellen Vielfalt und lebendigen Gegenwart.
Mitten in Hamburg, im offenen und einladenden Raum des Festivalzentrums Rathauspassage –gleichzeitig „Wohnzimmer der Stadt“ – schlägt die „Persische Passage“ eine Brücke zu Hamburg als Ort einer der größten iranischen Communities in Europa. Im Fokus: die Kraft der persischen Literatur, die sich poetisch, politisch und persönlich mit Themen wie Identität, Freiheit, Sehnsucht und Widerstand auseinandersetzt – und dabei aktueller kaum sein könnte. Herzlich willkommen in der „Persischen Passage“ – einem Ort der Begegnung, der Geschichten und der kulturellen Entdeckungen.
Gilda Sahebi ist deutsch-iranische Ärztin, Politikwissenschaftlerin und mehrfach ausgezeichnete Journalistin. Sie ist eine der wichtigsten Stimmen zu den Protesten im Iran und bekannt für ihren differenzierten Blick auf Machtstrukturen, Rassismus und politische Narrative. In ihrem neuen Buch „Verbinden statt spalten“ (erscheint im September 2025 bei S. Fischer) setzt sie sich mit der Frage auseinander, wie autoritäre Kräfte durch Spaltungsnarrative Gesellschaften manipulieren – und zeigt Wege auf, wie wir diesen Tendenzen begegnen und gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken können. Fragen, die nicht nur den Iran betreffen, sondern alle Gesellschaften, in denen autoritäre Kräfte nach vorne kommen (wollen). Wie können wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken?
Bahar Roshanai wurde 1981 in Teheran geboren und wuchs in Teheran, Nizza und Hamburg auf. Ihr Musikstudium mit den Hauptfächern Klavier und Gesang absolvierte sie an der Hochschule für Künste Bremen. Parallel dazu studierte sie traditionelle persische Musik auf der Setar (persische Langhalslaute) bei Majid Derakhshani und wirkte in verschiedenen Ensembles mit. Außerdem engagiert sie sich an Musikhochschulen im Iran und ist bei der Körberstiftung für zahlreiche Musikprojekte verantwortlich.
© Lori Eanes
Wir danken der Hildegard Wolf Stiftung für freundliche Unterstützung!
Samstag, 11. Oktober 2025, 12 Uhr und 18 Uhr
(Dauer: ca. 2 Stunden)
Ab 2 Stunden vor der Veranstaltung:
Führung auf Viermaster Peking
Nach der Veranstaltung: Stände mit Infos und
Büchern zu Meeren und Ozeanen auf Peking und Scharhörn
Achtung: kostenfreie Anreise mit Barkasse möglich! Die auf dem Ticket vermerkte Startzeit der Veranstaltung ist die Ablegezeit der Barkasse an der Überseebrücke: 10:00 Uhr, 10:45 Uhr, 16:15 Uhr oder 17:00 Uhr)
Deutsches Hafenmuseum (Hansahafen, Schuppen 50 A)
Viermaster Peking
Dampfschiff Schaarhörn
Das Harbour Front Literaturfestival widmet Wind, Wetter, Wellen, Wasser einen ganzen familienfreundlichen Expeditions-Tagesausflug. Der Ozean verbindet 8 Milliarden Menschen, kurz: uns alle. Er schluckt nicht nur überschüssige Klimawärme, CO2 und Menschheitsmüll, er hat in den vergangenen Jahrtausenden unfassbar viele Geschichten erzeugt. Geschichten des Schreckens und des Trosts. Geschichten von Meeresgöttinnen, vom Leben im Gleichgewicht mit der Natur, Geschichten von Odysseus über die Sintflut bis zum Walfang und Freiheitsutopien am Horizont. Geschichten vom verheißungsvollen Aufbruch in eine bessere Welt in der Ferne anderer Kontinente, Geschichten von brutaler Unterdrückung und vom vollkommen unheroischen eigenen Scheitern. All das ist Ozean, und all das muss erzählt werden.
Das Ereignis des Jahres für alle, die schon immer schneller segeln, tiefer tauchen und dem Lauf des Wassers folgen wollten. Für Extremseglerinnen und -segler und Landratten. Für Umweltschützerinnen und -schützer und Abenteuerlustige, die am liebsten Seeräuberinnen und -räuber geworden wären. Für alle, die Zeitreisen lieben. Kaum etwas ist faszinierender als die Seefahrt und ihre Geschichte – gerade in Hamburg.
Erleben Sie Debatten, Musik, Literatur und ozeanische Bildwelten, kurz: ein unterhaltsames und vor allem auch familienfreundliches wie anregendes maritimes Crossover mit Autorinnen und Autoren, Seeleuten und Geschichtenerzählerinnen und -erzählern in kundiger Gastgeberschaft von Antje Boetius, Deutschlands berühmteste Meeresbiologin. Sie hat zu zwei einzigartigen Veranstaltungen im maritimen Flair Gäste eingeladen, zur Matinee um 12 Uhr den „Polarstern“-Kapitän Moritz Langhinrichs und zur Abendvorstellung um 18 Uhr den Weltumsegler Boris Herrmann und sein Team, sowie zu beiden Vorstellungen die Meeressoziologin Tanja Bogusz, den Autor und Walexperten Fabian Ritter und Ursula Richenberger, Kulturwissenschaftlerin und Fachbereichsleiterin Bildung/Vermittlung im Deutschen Hafenmuseum. Als musikalische Besatzung ist der Altländer Shanty-Chor mit an Bord.
Und natürlich freuen wir uns sehr, wenn auch Antje Boetius selbst erzählt: z.B. von ihren Tauchgängen in 5000 Meter Tiefe, von der Entdeckung neuer Lebewesen, von den Hinterlassenschaften unserer Zivilisation allerdings auch. Antje Boetius war viele Jahre Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI). Unlängst ist sie einem Ruf nach Kalifornien gefolgt und ist jetzt Präsidentin des Monterey Bay Aquarium Research Instituts.
Bereits zwei Stunden vor der jeweiligen Hauptveranstaltung haben Sie die einmalige Möglichkeit, mit Ihrem Ticket an kostenfreien Führungen auf dem Viermaster Peking teilzunehmen und eigenständig das Dampfschiff Schaarhörn zu besichtigen. Und nach der jeweilige Hauptveranstaltung laden wir Sie ein, auf den Schiffen Peking und Schaarhörn auf geführten Touren handverlesene Verlage, Initiativen und Institutionen kennenzulernen:
Mit dabei sind auf der Peking der mareverlag und Jan Keith, der sein Buch „Meine Hallig Hooge“ mit eindrucksvollen Bildern vorstellt und Malte Siegert, Vorstandsvorsitzender des NABU Hamburgs mit seinem Impulsvortrag „Artenschutz im Spannungsfeld zwischen Versorgungssicherheit und Klimaschutz“. Auf der Schaarhörn ist die Deutsche Seemannsmission zu Gast.
Anfahrt: Starten Sie Ihre Hafenexpedition direkt an der Überseebrücke und reisen Sie kostenfrei mit Barkasse in Zusammenarbeit mit unserem offiziellen Mobilitätspartner BARKASSEN MEYER an – die Fahrkarte ist bei Buchung inklusive, die verbindlich buchbaren An- und Abfahrtszeiten sind: (10:00-15:45 Uhr, 10:45 -16:30 Uhr, 16:15 – 21:45 Uhr, 17:00 – 22:30 Uhr). Eine zusätzliche Anmeldung direkt bei BARKASSEN MEYER ist nicht notwendig! (Dauer der Barkassenfahrt: ca. 20 Minuten)
Natürlich ist das Hafenmuseum auch mit dem öffentlichen Nahverkehr zu erreichen, Parkplätze für die Anreise mit dem eigenen PKW sind ebenfalls vorhanden
Essen- und Getränkeverkauf vor Ort vorhanden.
© Andreas Labes
Samstag, 11. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Buchpräsentation & Gespräch mit Dr. Carsten Brosda
Deutsches Schauspielhaus (Kooperation)
Wie umgehen mit Gewalt und Menschenfeindlichkeit? Was lässt sich autoritären Regimen und Angriffen auf Freiheit und Gleichheit entgegensetzen? Und was bedeutet Humanismus heute? Carolin Emcke fordert zum Widerspruch gegen Ausgrenzung und mangelnde Empathie auf. Wer wollen wir sein in Zeiten der Zerstörung von Demokratie und Wahrheit? Warum erscheint vielen Respekt eben nicht mehr zumutbar?
Carolin Emcke (*1967) ist eine der wichtigsten intellektuellen Stimmen der Gegenwart. Für ihr journalistisches und publizistisches Werk wurde die promovierte Philosophin vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels (2016). In ihren Büchern und Essays setzt sie sich immer wieder für gesellschaftliche Offenheit, demokratische Teilhabe und gegen jede Form von Diskriminierung ein.
© Kai Myller
Unterstützt von Harbour Front
Samstag, 11. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Buchpremiere
Lesung & Musik an Bord der MS Commodore
Veranstalter: IN|concert
MS Commodore (Barkassen-Meyer)
ab 19:00 Uhr boarding, 20:00 Uhr (Abfahrt), Brücke 7-9
Peter Freudenthaler, Sänger des Welthits „Lemon Tree“, feiert die Premiere seiner Autobiografie „Mein Leben als Zitronenbaum“ auf der MS Commodore im Hamburger Hafen! In freundschaftlicher Kooperation mit Hubert Neubacher von Barkassen-Meyer verwandelt
sich das Schiff in einen schwimmenden Kulturraum. Die Gäste erwartet eine exklusive Fahrt durch den nächtlich illuminierten Hafen und eine Lesung mit musikalischen Überraschungen: „Wer einsteigt, wird etwas erleben, das weit über eine klassische Buchpremiere hinausgeht.“
Freudenthaler erzählt von seiner Kindheit, dem Aufstieg mit „Fools Garden“ und über 30 Jahren Bandgeschichte – mit Herz, Tiefgang und Humor.
© Belle Santos
Sonntag, 12. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Moderation & Gespräch: Julia Kemp
THALIA GAUßSTRAßE
Schon die Grundtemperatur dieses Buches ist besonders. Denn es ist ein optimistisches Buch über traurige Abschiede. Das Coming-of-Middle-Age bedeutet eben nicht, dass das Glas halbleer ist. Marian Flanders, 41, betreibt eine Boutique für Designermode in West-Berlin. Als seine Mutter, ein früheres Topmodel, nach langer Krankheit stirbt, streut er ihre Asche auf den Wannsee und glaubt, dass jetzt die freudlosere Hälfte des Lebens beginnt. Doch es folgt etwas ganz anderes: ein Jahr der leisen Transformation mit Reisen, Flirts, Familienbanden und zaghaften Aufbrüchen. Gefühle verwandeln sich, man kann sie neu denken. Abschied ist auch Aufbruch, Hälfte des Lebens – Let’s Talk About Feelings.
Leif Randt (*1983 in Frankfurt am Main) ist einer der Großen der deutschen Gegenwartsliteratur. Mit seinen Romanen „Schimmernder Dunst über CobyCounty“ und „Planet Magnon“ – vom Spiegel in die Liste der „50 Bücher unserer Zeit“ aufgenommen – wurde die Literaturwelt früh auf diese literarische Stimme einer hypermodernen Gegenwart aufmerksam. Der endgültige Durchbruch gelang ihm 2020 mit dem Bestseller „Allegro Pastell“. Die Kritik überschlägt sich in der Würdigung seines Schreibstils: „Kein deutscher Autor ist so nah an der Gegenwart dran. Man möchte aufschreien, so sehr fühlt man sich erwischt.“ – Ijoma Mangold (Die Zeit).
© Uwe Arens / © Pascal Buenning / © Edith Held / © IMAGEM
Montag, 13. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Elbphilharmonie
Wenige Liebesbeziehungen sind so häufig durchleuchtet worden und gleichzeitig immer ein Geheimnis geblieben wie die zwischen dem Komponisten und Dirigenten Gustav Mahler und der Musikerin Alma Mahler. Entstanden ist ein Abend zwischen Musik und Literatur, Genie und Abgrund. Ein Abend über eine Liebe, die sich an ihrer eigenen Intensität erschöpfte – und über zwei Persönlichkeiten, die auf ganz unterschiedliche Weise künstlerische Spuren hinterließen. Ein Abend auch über die Sehnsucht nach einem erfüllten Leben. „Ein Glück ohne Ruh – Alma & Gustav Mahler“ ist eine facettenreiche Hommage an eine der berühmtesten und widersprüchlichsten Künstlerehen der Musikgeschichte – erzählt aus Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen, durchzogen von Liedern der beiden Protagonisten.
Corinna Harfouch und Peter Lohmeyer lesen aus den Briefen von Alma und Gustav Mahler, aus Almas Autobiografie „Mein Leben“, ihren „Erinnerungen an Gustav Mahler“ sowie aus Texten von Zeitgenossen wie Alban Berg, Johannes Brahms, Sigmund Freud, Arnold Schönberg, Jean Sibelius und anderen.
Im musikalischen Wechsel erklingen Werke von Gustav Mahler und Alma Mahler, interpretiert von Roman Trekel (Bariton) und Hideyo Harada (Klavier) – eine eindringliche Verbindung aus Sprache, Klang und innerem Aufruhr.
Corinna Harfouch (*1954) zählt zu den bedeutendsten Schauspielerinnen im deutschsprachigen Raum, ob in Theater, Film oder Rezitation. Für ihre Leistungen erhielt sie u.a. den Gertrud-Eysoldt-Ring, den Deutschen Filmpreis und den Grimme-Preis.
Peter Lohmeyer (*1962) lebt in Hamburg und wurde neben seiner Theaterarbeit z.B. für seine Filmrollen in „Das Wunder von Bern“ mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. In jüngerer Zeit war er u.a. in „Sprich mit mir“ (2024) und der ZDFneo-Serie „I don’t work here“ zu erleben.
Hideyo Harada, geboren in Japan, ist eine vielfach ausgezeichnete Pianistin, Liedbegleiterin und gefragte Kammermusikpartnerin auf internationalen Bühnen.
Roman Trekel (*1963), international gefeierter Bariton, ist festes Ensemblemitglied der Staatsoper Berlin. Seine Interpretationen von Liedern und Opernpartien reichen von Bach bis Berg. Trekel ist Träger des Deutschen Musikpreises und eine der markantesten Stimmen des deutschsprachigen Konzertlebens.
Restkarten
© Heike Bogenberger / © Francesca Mantovani
Dienstag, 14. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Teil 1 – Buchvorstellung:
„Huris“
mit Kamel Daoud
Lesung: Yasmina Djaballah
Teil 2 – Buchvorstellung:
„Wenn sich unsere Herzen gleich öffnen. Über Politik und Liebe.“
mit Navid Kermani
Teil 3 – Gespräch:
Kamel Daoud und Navid Kermani im Gespräch mit Joachim Lux
In Kooperation mit dem Institut français Hambourg
St. Katharinen
Zwei Literaturstars begegnen sich in einem außergewöhnlichen, dreiteiligen Abend. Sie sind aus einer Generation, sie wissen voneinander, aber sie treffen heute zum ersten Mal zusammen und stellen nacheinander ihre nahezu zeitgleich erscheinenden Bücher vor:
Kamel Daoud stammt aus Algerien und will mit seinem Buch „Huris“ das Schweigen über den blutigen algerischen Bürgerkrieg zwischen radikalen Islamisten und Säkularen durchbrechen. Exemplarisch erzählt er die grausame Geschichte einer jungen Frau, der im algerischen Bürgerkrieg von Islamisten fast die Kehle durchgeschnitten wird. Sie überlebt, verliert aber ihre Stimme. Mit seinen Büchern („Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“) hat Daoud seine Existenz aufs Spiel gesetzt und musste wegen zahlreicher Bedrohungen sein Land mehrfach verlassen. Heute lebt er im Exil in Paris.
Navid Kermani, in Köln geboren und mit iranischen Wurzeln, erzählt in seinem Buch „Wenn sich unsere Herzen gleich öffnen. Über Politik und Liebe“ u. a. davon, wie er in seiner Kindheit dem Ayatollah Chomeini begegnete. Wie kaum ein anderer bemüht er sich um den Brückenbau zwischen den Kulturen und hat sich immer wieder auch mit dem Christentum auseinandergesetzt.
Beide haben für ihre Werke die höchsten Literaturpreise ihrer Länder erhalten: Kamel Daoud für „Huris“ den Pariser „Prix Goncourt“, Navid Kermani u. a. den „Friedenspreis des Deutschen Buchhandels“ und zuletzt den Thomas-Mann-Preis.
Im dritten Teil suchen Kamel Daoud und Navid Kermani das gemeinsame Gespräch (Moderation: Joachim Lux). Sie verbindet, dass sie sich auf unterschiedliche Weise differenziert mit dem islamisch geprägten Kulturkreis beschäftigen und sich gegen seine Radikalisierung stemmen, zugleich aber auch die europäische Geschichte und Gegenwart kritisch befragen. Die beiden Autoren erkunden im Gespräch das Werk des jeweils anderen und das Verhältnis von europäischen und orientalischen Literaturen, von Europa und der arabischen Welt, von Westen und Islam.
Die Veranstaltung versteht sich als Einladung, sich mit Welten auseinanderzusetzen, die wir immer noch viel zu wenig kennen.
Kamel Daoud (*1970 in Algerien) arbeitete lange Zeit als Journalist für Zeitungen wie den Quotidien d’Oran und andere. Nachdem er 2014 in Algerien für seine kritischen Artikel bedroht wurde, ging Daoud ins Exil nach Frankreich und widmete sich der Literatur. Für seinen ersten Roman „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“ wurde er von der Kritik gefeiert und u. a. mit dem Prix Goncourt du Premier Roman ausgezeichnet. Für „Huris“ erhielt er den höchsten Literaturpreis Frankreichs, den „Prix Goncourt“.
Navid Kermani (*1967 in Siegen) ist habilitierter Orientalist und spätestens seit seiner großen Rede im Deutschen Bundestag (2014) einem breiten Publikum bekannt. Für seine Romane, Essays und Reportagen wurde er vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Kleist-Preis, dem Hölderlin-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Für seinen letzten Roman „Das Alphabet bis S“ erhielt er 2024 den Thomas-Mann-Preis.
© Stephan Brückler
Dienstag, 14. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Deutschlandpremiere – Eine Performance zur Biographie
Thalia Theater
Ein außergewöhnlicher Abend mit einem Ausnahmekünstler: Philipp Hochmair, der „Jedermann der Herzen“, stellt mit „Hochmair, wo bist du?“ seine ungewöhnliche Biographie vor, die so ist, wie er selber: Unkonventionell, unbändig und risikobereit, nahbar und unbegreiflich zugleich. Sie könnte auch heißen: „Wer bin ich?“ oder: „In der Kunstenergie bin ich zu Hause!“
Anlässlich seiner gerade erschienenen Biographie überschlagen sich die Medien vom Stern bis Spiegel, von der Süddeutschen Zeitung bis zur Neuen Züricher Zeitung. Die Buchvorstellung mit vierköpfiger Band wird garantiert keine Lesung, sondern ein Parforceritt durch sein Leben, und das heißt vor allem: durch die Literatur von Kafka bis Goethe, von Kleist bis zu den Gebrüdern Grimm und dem „Jedermann“. den er bei den Salzburger Festspielen vor über 3000 Zuschauern spielt… eine Geschichte, die am Thalia Theater begann. Joachim Lux hat ihn im Sommer auf dem Salzburger Domplatz erwischt, und er hat sofort zugesagt. Hamburg und das Thalia-Theater: sein Traum – Literatur seine Leidenschaft. Bühne frei für den Literatur-Punk!
Aber es muss gar nicht immer die ganz große Bühne sein. 2012 haben wir dem greisen Helmut Schmidt ein Geschenk gemacht und sein Wohnzimmer in eine Bühne für 2o Zuschauer verwandelt. Aber das ist eine andere Geschichte, vielleicht erzählt Philipp Hochmair sie auf der Bühne.
Philipp Hochmair stammt aus Österreich und ist ein Schüler von Klaus Maria Brandauer. Mit seinem Franz Moor in Schillers „Räuber“, Mephisto im „Faust-Marathon“, Kafkas „Amerika“, Kleists „Zerbrochenem Krug“, dem „Gestiefelten Kater“ der Gebrüder Grimm und nicht zuletzt mit dem „Jedermann“ wurde er zum umjubelten Thalia-Theater- und Hamburg-Star. Und mittlerweile weit, weit darüber hinaus. Prominent in Film und Fernsehen ist er auch für „Die Wannseekonferenz“, die Serien „Vorstadtweiber“ und „Blind ermittelt“ bekannt, eine weitere Serie ist gerade in der Pipeline
© Carsten Westphal
Dienstag, 14. Oktober 2025, 19:00 Uhr
Buchpremiere
Lesung in Kooperation mit der Freien Akademie der Künste
Freie Akademie der Künste
Cafés, Kneipen und Teehäuser sind die Welt – im Großen wie im Kleinen. So auch Polityckis Stammkneipe in Eppendorf mit dem wunderbaren Namen „Meisenfrei“. Wenn dort Martha dem Erzengel Tilman am Tresen begegnet, wenn Liebende sich streiten, lachen oder verlieren, dann sind wir mittendrin. Von dort geht es weiter in die Welt und in die Weiten poetischer Imagination.
In seinen neuen Gedichten erzählt Matthias Politycki vom Liebeskummer des Königs Renaud, vom zarten Blaublümelein und vom brutalkomischen Alltag in Kalkutta – immer formbewusst, direkt und oft mit verblüffender Pointe. In „Meisenfrei“ bringt Politycki Alltag und Abgrund, Tresenparlando und Psalmengesang, große Poesie und handfeste Gesellschaftskritik auf unverwechselbare Weise zusammen. Eine Buchpremiere voller Witz, Ernst und Sprachkunst – und mit klarem Blick auf unsere Zeit.
Matthias Politycki, geboren 1955, lebt in Wien und zählt mit seinen Romanen, Erzählungen, Essays und Gedichten zu den profiliertesten Stimmen der deutschsprachigen Literatur. „Meisenfrei“ ist sein zehnter Gedichtband.
© Thomas Steinborn
Mittwoch, 15. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Ein musikalisch-literarischer Abend
Laeiszhalle Großer Saal
Konstantin Weckers Buch „Der Liebe zuliebe“ ist eine autobiografisch-poetische Bestandsaufnahme: Gemeinsam mit seinem Musikertrio zieht Konstantin Wecker Bilanz – über Höhen und Abstürze, über das eigene Ringen mit Depression, Sucht und Wut, über Sehnsucht, Spiritualität und Frieden.
Die Texte kreisen um große Fragen: Was gibt dem Leben Sinn? Was hält uns aufrecht in dunklen Zeiten? Wie können wir liebender, achtsamer, menschlicher werden – mit uns selbst und mit anderen? Mal streitbar, mal zärtlich, immer leidenschaftlich – dieses Buch ist ein Vermächtnis und zugleich eine Einladung: zum Nachdenken, zum Fühlen, zum Weitergehen, zum Widerstand und zur Liebe als lebensverändernder Kraft.
Konstantin Wecker (*1947 in München) zählt zu den bedeutendsten deutschen Liedermachern, Lyrikern und Komponisten. Seit über fünf Jahrzehnten steht er für eine gerechtere und friedlichere Welt auf der Bühne. Sein künstlerisches Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Deutschen Kleinkunstpreis, dem Kurt-Tucholsky-Preis und dem Echo. Mit seiner unverkennbaren Mischung aus Poesie, Protest und Menschlichkeit berührt Wecker bis heute ein generationsübergreifendes Publikum – als Musiker, Autor und politischer Geist.
Donnerstag, 16. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.
Rathauspassage
Was passiert, wenn Stand-up-Comedy auf Spoken Word trifft? Wenn Witz auf Tiefgang stößt, Pointen auf Poesie?
Genau das zeigt „Comedy meets Poetry“ – das neue Format im Rahmen des Harbour Front Literaturfestivals, präsentiert von „Freche Möwe Stand-up Comedy“ und dem „Kulturbereicherungsbetrieb“.
An drei Donnerstagen betreten verschiedene Comedians und Poetry-Slammer aus der Hamburger Szene die Bühne der Rathauspassage. Keine Competition, kein Voting – sondern ein gemeinsamer Abend, der zeigt, wie lebendig Sprache auf der Bühne sein kann. Zusammen entsteht ein neues Format, das das kulturelle Jetzt der Stadt aufgreift. Es ist mehr als Unterhaltung.
Jetzt dabei sein – im Harbour Front Festivalwohnzimmer in der Rathauspassage.
P. S.: Tagsüber gibt es am 23.09.2025 und 30.09.2025 jeweils von 14:30 bis 17:00 Uhr unentgeltliche Workshops: „Wenn Comedy schreiben lernt“
© Stuart Simpson/Penguin Random House/Suhrkamp Verlag
Wir danken der Ernst Langner Stiftung für freundliche Unterstützung!
Freitag, 17. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Lesung & Gespräch: Caterina Lobenstein (dt.-engl.)
Die Veranstaltung findet auf Englisch und Deutsch statt.
Helmut-Schmidt-Auditorium (Bucerius Law School)
Als Lea Ypi im Internet ein unbekanntes Foto ihrer Großeltern entdeckt, beginnt eine persönliche Spurensuche, die sie mitten hinein in die Umbrüche des 20. Jahrhunderts führt – und die sie nicht mehr loslässt. Mit analytischer Schärfe und erzählerischer Eleganz rekonstruiert Ypi das bewegte Leben ihrer Großmutter und schafft dabei eine fesselnde Familiengeschichte über das Leben in einem Zeitalter der Extreme.
Wie überlebt man, zerrissen zwischen einem osmanischen Saloniki, der Gründung von Nationalstaaten auf dem Balkan und dem totalitären Albanien? Was geschah mit ihrem Großvater, der für Jahre in einer „Universität“ verschwand – ein Codewort für die Gefängnisse der kommunistischen Ära?
Lea Ypi gelingt hier eine prototypische Erzählung über die Zerrissenheit der Menschen im 20. Jahrhundert. „Aufrecht“ ist ein Buch über Herkunft und Erinnerung, über Freiheit, Mut und die Zerbrechlichkeit von Wahrheit – eine epische Familiensaga, die von Liebe und Verrat erzählt, von Entscheidungen im Schatten der Geschichte und von der Würde des Menschen, selbst unter widrigsten Bedingungen.
Die Fragen des Buches führen zwangsläufig direkt ins Heute: Wie kann man heute „aufrecht“ und integer leben, wenn die politischen Umstände immer extremer werden?
Lea Ypi (*1979 in Tirana) ist Professorin für Politische Theorie an der London School of Economics, Mitglied der British Academy sowie Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Sie forschte und lehrte u. a. in Paris, Oxford, Stanford, Berlin und Frankfurt am Main. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit „Frei“, ihrem autobiografischen Sachbuch über das Aufwachsen im postsozialistischen Albanien, das in mehr als 35 Sprachen übersetzt wurde und zahlreiche Preise gewann. Sie schreibt regelmäßig für The Guardian.
ausverkauft
© Christian Knieps / © Axel Anselm Woesler
Samstag, 18. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Buchpremiere
Moderation: Jasmin Ramadan
Deutsches Schauspielhaus
Zum Ausklang des Festivals setzt Peter Licht noch einmal ein starkes Ausrufezeichen – absurd, poetisch und mit der Gewissheit: Wir werden alle ganz schön viel ausgehalten haben müssen.
„Denn heute ist der Tag, an dem das Zeitalter des reinen Pop begonnen hat. Das Zeitalter des reinen Kapitalismus. Der reinen Performance. Und Performance kennt keine Beißhemmung und keine Moral. Moral hat eine Erinnerung. Das hier aber ist die reine Zukunft. Und die Zukunft kennt keine Regeln, sie kennt nur Erfolg.“
Peter Licht stellt sich den Zumutungen des täglichen Lebens, der grundsätzlichen Un-/Okayheit der Welt, den Mini-Katastrophen und Mega-Details. Er entwirft Welterklärungsmodelle und produziert ein langanhaltendes Kopfkino der Realität – poetisch, grotesk, tiefgründig und liebevoll. Denn wo die Realität regiert, hat das Absurde Konjunktur.
Peter Licht wurde 2001 mit dem Lied „Sonnendeck“ bekannt. Es folgten Bücher, Alben und Theaterstücke, darunter „Wir werden siegen – Buch vom Ende des Kapitalismus“ und „Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des 3. Jahrtausends“, ausgezeichnet mit dem Publikumspreis und dem 3sat-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Zuletzt erschienen der Roman „Ja okay, aber“ (2021) und das Studioalbum „ALLES KLAR“ (2024).
Jasmin Ramadan studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg. 2009 gelang ihr mit ihrem Debüt »Soul Kitchen«, der Vorgeschichte zu Fatih Akins gleichnamigem Film, der Durchbruch. Es folgten zahlreiche Kurzgeschichten und drei weitere Romane, zuletzt »Hotel Jasmin« (2016). 2020 eröffnete sie auf Einladung von Philipp Tingler mit einem Auszug aus »Auf Wiedersehen« den Wettbewerb um den Bachmann-Preis. 2025 erschien »Reality« im Weissbooks Verlag. Jasmin Ramadan lebt als freie Schriftstellerin in Hamburg und schreibt die taz-Kolumne »Einfach gesagt«.
Sonntag, 19. Oktober 2025, 16.00 Uhr
Mit: Jaqueline Scheiber, Anne Sauer, Ralf Westhoff, Annegret Liepold, Elisabeth Pape, Lina Schwenk
Moderation: Alexandra Antwi-Boasiako
Musik: Charlotte Brandi und Frank Spilker (Die Sterne)
Halle 424 (Oberhafenquartier)
Der Debütpreis des Harbour Front Literaturfestivals hat eine lange Erfolgsgeschichte: Nicht selten wurden aus den Preisträgerinnen und Preisträgern der vergangenen Jahre die Literaturstars von morgen – mit den Themen und Erzählweisen der Zukunft. Man darf also gespannt sein.
2025 haben wir den „NEXT.GEN: NEW VOICES“-Debütpreis völlig neu aufgestellt: Die Jury besteht erstmals ausschließlich aus Hamburger Buchhändlerinnen und Buchhändlern. Und erstmals stellen sich fünf Autorinnen und ein Autor der Shortlist in einer gemeinsamen Veranstaltung nicht nur der öffentlichen Jury-Debatte, sondern zusätzlich auch der Abstimmung für den Publikumspreis!
Dazwischen: Talks, Foodstände und Live-Musik von Charlotte Brandi und Frank Spilker (Die Sterne). Am Ende stehen die Vergabe und die Feier des mit 10.000 Euro dotierten Preises.
Der Preis richtet sich an Autorinnen und Autoren des belletristischen Erzählens, die mit erzählerischer Kraft, formaler Eigenständigkeit und thematischer Relevanz überzeugen. Debüts, die nicht nur erzählen, sondern auch etwas zu sagen haben.
Die Shortlist 2025:
- Jaqueline Scheiber – dreimeterdreißig (Leykam)
- Anne Sauer – Im Leben nebenan (dtv)
- Ralf Westhoff – Niemals nichts (Rowohlt Berlin)
- Annegret Liepold – Unter Grund (Blessing)
- Elisabeth Pape – Halbe Portion (Suhrkamp Nova)
- Lina Schwenk – Blinde Geister (C.H. Beck)
Unterstrichen von besonderer Livemusik und Gesprächen trifft die Jury ihre finale Entscheidung und ehrt feierlich die Preisträgerin oder den Preisträger.
Die Jury der Hamburger Buchhändlerinnen und Buchhändler:
Andrea Hinz-Meyer (Buchhandlung Heymann Blankenese), Christiane Hoffmeister (Büchereck Niendorf Nord), Julia Kemp (Buchhandlung & Antiquariat Lüders) und Pascal Mathéus (Buchhandlung Wassermann).
Das Harbour Front Literaturfestival 2025 begann mit der Verleihung des „Felix-Jud-Preises“ an Weltstar Chimamanda Ngozi Adichie und endet mit einer Weltpremiere von Thomas Pynchon sowie der Verleihung des Debütpreises für deutschsprachige Literatur – eine große Spannbreite und zwei Auszeichnungen, die für das Festival als Ganzes stehen.
© privat
Sonntag, 19. Oktober 2025, 20:00 Uhr
Die Philippinen sind 2025 Ehrengast der Frankfurter Buchmesse
Moderation & Gespräch: Cornelia Zetzsche
Lesung: Eva Maria Nikolaus
Die Veranstaltung findet auf Englisch mit konsekutiver Übersetzung ins Deutsche und mit deutschen Lesestellen statt.
Rathauspassage
Mit „Die Kollaborateure“ greift Katrina Tuvera ein universelles Thema auf: Wie kann eine ganz normale Familie in politisch turbulenten Zeiten zwischen Überleben und Überzeugung ihren Weg finden? Wie gestaltet sich das Verhältnis von Loyalität, Verrat und Mitläufertum? Und wie kann man den eigenen Ansprüchen gerecht werden?
Im Zentrum des Buchs steht ein alter Filipino, dessen Leben zu Ende geht. Er erinnert sich an seine Kindheit auf dem Land während des Zweiten Weltkriegs, an die Zeit der japanischen Besatzung, an die Unabhängigkeit der Philippinen und an den Aufstieg der Marcos-Diktatur. Verrat und Anpassung, Auflehnung und Unterordnung prägen sein Leben. Katrina Tuvera versetzt die Leserinnen und Leser in das Bewusstsein eines Mitläufers, dessen Familie mit den Verstrickungen seiner Lügen leben muss, und erzählt von diesen existenziellen Konflikten als Teil der Geschichte ihres Landes.
Katrina Tuvera lebt in Manila. Sie hat eine Kurzgeschichtensammlung und zwei Romane veröffentlicht, für die sie jeweils den National Book Award der Philippinen erhielt. „Die Kollaborateure“ ist ihr erstes Buch in deutscher Übersetzung. Sie kommt direkt von der Frankfurter Buchmesse – die Philippinen sind in diesem Jahr Gastland – nach Hamburg. Eine gute Gelegenheit, mehr über dieses faszinierende Land und seine Literatur zu erfahren.
© Sepp Dreissinger
Sonntag, 19. Oktober 2025, 19:30 Uhr
Lesung mit Jens Harzer
Uebel & Gefährlich
anschließend: Das Phänomen Pynchon – Phantom, Genie, Avantgardist
Gespräch mit: Nikolaus Stingl (Übersetzer) und Jens Harzer;
Beiträge von Elfriede Jelinek (Nobelpreis 2004), Denis Scheck
Gesprächsleitung: Joachim Lux
Das Harbour Front Literaturfestival hat sich in allerletzter Minute exklusiv die Leserechte für das neueste und möglicherweise letzte Buch des geheimnisvollsten Autors der Welt, Thomas Pynchon, gesichert. Wir freuen uns! Einst berühmt geworden mit „Die Enden der Parabel“ (1973) ist der ebenso vollkommen unbekannte wie weltberühmte amerikanische Autor bis heute Gerücht, Phänomen und – ja – „Phantom“ („Die Zeit“): Es gibt nahezu keine Fotos von ihm, keine Interviews – nichts. Und das seit Jahrzehnten. Ein Jemand und Niemand wie der Streetart-Künstler Banksy, radikal hinter seinem Werk und seinem Witz verschwindend, als ob es ihn gar nicht gäbe.
„Schattennummer“ spielt Anfang der Dreißiger Jahre während der großen Depression in den USA, Al Capone sitzt gerade im Knast. Ein Privatdetektiv nimmt einen Routinejob an, der zu einer wilden Odyssee durch halb Europa ausufert. Bald steckt er bis zum Hals in Verwicklungen mit Nazis, sowjetischen Agenten, britischen Gegenspionen, Swing-Musikern und Liebhabern paranormaler Praktiken. Ob ihm die Rückkehr in die normale Welt gelingt? Ob es diese überhaupt noch gibt?
Jens Harzer ist Träger des Ifflandrings in der Nachfolge von Bruno Ganz, war sechzehn Jahre Ensemblemitglied des Thalia Theaters, mehrfach „Schauspieler des Jahres“, Teil von „Babylon Berlin“ und ist einer der besten Literaturinterpreten unserer Zeit.
Im anschließenden Gespräch erforscht der hochkarätige Pynchon- Übersetzer und Spezialist Nikolaus Stingl gemeinsam mit Jens Harzer Pynchons jüngsten Roman. Dabei wird es natürlich auch um das Phämomen bzw. um das „Phantom“ (DIE ZEIT) Pynchon und seinen künstlerischen Kosmos gehen. Gesprächsleitung: Joachim Lux Weitere Beiträge sind von Denis Scheck und Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Elfriede Jelinek ist eine der wenigen Frauen, die sich von Anfang an für den Avantgardisten interessiert hat. Bereits 1976 begann sie, Pynchons „Gravity‘s Rainbow“ zu übersetzen. Sie nannte das Buch „Die Enden der Parabel“ – ein kongenialer Titel, der Mathematik und Poesie zusammen dachte, und bis heute Bestand hat. Als sie 2004 den Literaturnobelpreis bekam, sagte sie: „Es ist ein Witz, dass er den Nobelpreis nicht hat, und ich ihn habe.“
Thomas Pynchon wurde 1937 in Long Island geboren und lebt in New York. Er studierte Physik und Englisch an der Cornell University, später schrieb er für Boeing technische Handbücher und verschwand. Seine Bücher, unter anderem „Die Enden der Parabel“ („Gravity’s Rainbow“), „V,“, „Gegen den Tag“ und „Natürliche Mängel“ („Inherent Vice“) sind die einzigen öffentlichen Spuren seiner Existenz.
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